Mobile Farbmesstechnik

X-Rite vernetzt Farbmessung und Qualitätssicherung mit Spectura

X-Rite vernetzt Farbmessung und Qualitätssicherung mit Spectura
Die tragbaren Kugelspektralfotometer der Spectura-Serie verbinden mobile Farbmessung mit vernetzten Workflows für die Qualitätssicherung. (Quelle: X-Rite Europe GmbH / Fakuma)

X-Rite Pantone hat mit Spectura eine neue Plattform tragbarer Kugelspektralfotometer vorgestellt. Die Serie verbindet mobile Farbmessung mit cloudgestützten Qualitätsworkflows und einer Überwachung der Geräteleistung. Drei Modelle decken unterschiedliche Anforderungen ab – vom mobilen Farbvergleich bis zur Qualitätssicherung mit engen Toleranzen und hoher Übereinstimmung mit stationären Referenzgeräten.

Farbvorgaben im Labor definieren, Messergebnisse in der Produktion erfassen und Freigaben über mehrere Standorte hinweg koordinieren: Die Qualitätssicherung benötigt dafür vergleichbare Messwerte und einen durchgängigen Datenfluss. Werden Produktionsdaten zunächst manuell übertragen, stehen sie den Verantwortlichen erst zeitversetzt zur Verfügung. Das erschwert die Abstimmung zwischen Entwicklung, Fertigung und Lieferanten und kann notwendige Korrekturen verzögern.

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An dieser Schnittstelle setzt X-Rite Pantone mit Spectura an. Die neue Plattform kombiniert tragbare Kugelspektralfotometer mit Cloud-Diensten, der Software NetProfiler und modular erweiterbaren Anwendungen. Nach Angaben des Herstellers soll die Verbindung von Messtechnik und digitalem Datenaustausch Farbabweichungen früher sichtbar machen, Freigabeprozesse beschleunigen und die Farbkonsistenz zwischen Labor und Produktion verbessern.

Kamera unterstützt die Positionierung

Die Geräte verfügen über eine hochauflösende Kamera zur Erfassung der Messstelle. Sie unterstützt die gezielte Positionierung auf der Probe und soll damit den Einfluss unterschiedlicher Bediener auf die Wiederholbarkeit der Messungen verringern. Hinzu kommen eine abstimmbare LED-Beleuchtung, temperatursensitive Messfunktionen sowie unterschiedliche Messblenden und anwendungsspezifisches Zubehör. Die LED-Beleuchtung ist auf eine stabile, reproduzierbare Ausleuchtung ausgelegt; zugleich nennt X-Rite kürzere Aufwärmzeiten und einen geringeren Wartungsaufwand als Vorteile.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vergleichbarkeit mit bereits eingesetzten Messgeräten. X-Rite beschreibt eine hohe Übereinstimmung mit seinen etablierten Hand- und Tischspektralfotometern. Damit sollen sich bestehende Farbstandards und Messungen aus der laufenden Fertigung besser aufeinander abstimmen lassen. Gerade bei verteilten Prüfaufgaben ist diese Geräteübereinstimmung eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Beteiligten Farbabweichungen auf einer gemeinsamen messtechnischen Grundlage bewerten.

Messdaten direkt im Qualitätsworkflow

Die Cloud-Anbindung basiert auf X-Rite Color iQC. Sie führt Farbwerte und Informationen zur Geräteleistung unmittelbar in digitale Qualitätsworkflows über. Qualitätsverantwortliche können Produktionsergebnisse dadurch in Echtzeit prüfen und mit anderen Standorten oder Lieferanten auf einen gemeinsamen Datenbestand zugreifen. Manuelle Übertragungsschritte sollen entfallen beziehungsweise reduziert werden.

Die Vernetzung umfasst auch die Bereitstellung von Vorgaben: Bediener können direkt am Gerät auf freigegebene Farbstandards zugreifen. Damit verbindet die Plattform die Verteilung aktueller Referenzen mit der Rückmeldung der dazugehörigen Messergebnisse. X-Rite erwartet davon eine höhere Transparenz über die Fertigung hinweg sowie eine frühere Erkennung von Problemen und weniger Nacharbeit.

Ben Spiegel, Director of Product Management bei X-Rite Pantone, sieht darin eine notwendige Weiterentwicklung der Farbqualitätssicherung. In dezentralen Fertigungsstrukturen müssten verlässliche Farbdaten an allen Stellen verfügbar sein, an denen Farbentscheidungen getroffen werden. Die Steuerung einzelner Geräte oder Standorte allein reiche dafür nicht mehr aus.

Drei Modelle für unterschiedliche Prüfaufgaben

Die Spectura-Serie umfasst drei Ausführungen. Das S60 ist für mobile Farbvergleiche vorgesehen. Das S62 richtet sich an Anwender, die regelmäßig Aufgaben der täglichen Qualitätssicherung bearbeiten. Für engere Toleranzen und eine hohe Übereinstimmung mit den Tischspektralfotometern der Baureihe Ci7800 ist das S64 ausgelegt. Die Abstufung ermöglicht eine Auswahl entsprechend den Anforderungen an Farbprüfung und Gerätevergleich.

Zur langfristigen Überwachung der Messleistung ist NetProfiler in die Plattform eingebunden. Die Software nutzt zertifizierte Farbstandards, um die Geräteleistung zu überprüfen und zu optimieren. Damit sollen sich Veränderungen durch Gerätedrift, Verschleiß und Umgebungsbedingungen begrenzen und Messgeräte an unterschiedlichen Standorten aufeinander abstimmen lassen. Bei den Modellen S62 und S64 gehört NetProfiler zum vorgesehenen Servicekonzept.

Die modular erweiterbare Anwendungsarchitektur soll es ermöglichen, zusätzliche Funktionen auf derselben Plattform bereitzustellen. Hersteller können ihre Qualitätsworkflows damit schrittweise weiterentwickeln und zugleich auf vorhandenen Farbstandards und etablierten Prüfverfahren aufbauen.

Vorstellung auf der Fakuma

Die Spectura-Serie ist nach Angaben von X-Rite bereits erhältlich. Auf der Fakuma vom 12. bis 16. Oktober 2026 in Friedrichshafen präsentiert das Unternehmen die Geräte in Halle B1, Stand 1307. Eine Live-Vorführung ist für Dienstag, 13. Oktober, um 10 Uhr angekündigt. Am 21. Oktober 2026 folgt ein globales Launch-Event zur unternehmensweiten Vernetzung von Farbmessung und Qualitätssicherung.