Fälschungsschutz für Verpackungen

Koenig & Bauer für „protected at print“ ausgezeichnet

Koenig & Bauer für „protected at print“ ausgezeichnet
Bei der Preisverleihung (v. l.): Steven Ferbrache, Area Sales Manager bei Koenig & Bauer (UK), Dr. Carolin Müller, Head of Operations and Logistics Protection Technologies bei Koenig & Bauer Vision & Protection, und Garry Molloy, Area Sales Manager bei Koenig & Bauer (UK). (Quelle: Adrian Pope, Stationers’ Company)

Koenig & Bauer Vision & Protection hat für sein Schutzkonzept „protected at print“ den Stationers’ Innovation Excellence Award 2026 in der Kategorie „Business Process“ erhalten. Das Konzept verbindet verborgene Informationen im Druckbild mit der optischen Erfassung individueller Materialstrukturen und der Analyse charakteristischer Produktionsmerkmale. Eine Smartphone-App ermöglicht die Überprüfung von Produkten und Verpackungen.

Die Stationers’ Company hat Koenig & Bauer in London für das Schutzkonzept „protected at print“ ausgezeichnet. Damit überträgt das Unternehmen Technologien aus dem Sicherheitsdruck auf Verpackungen und Konsumgüter. Ziel ist es, die Echtheit von Produkten überprüfbar zu machen und ihre Rückverfolgbarkeit zu unterstützen.

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Drei Technologien für die Identifikation

Das Konzept umfasst drei sich ergänzende Technologiefamilien. Stegano integriert verborgene Informationen in das Druckbild. Die zugehörige Lackschutzlösung aegis bettet diese Informationen in die Lackschicht ein. Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht sie eine Rückverfolgbarkeit bis auf Chargenebene, ohne das Verpackungsdesign oder bestehende Produktionsabläufe zu verändern. Eine Lackplatte könne dabei für verschiedene Kunden und Druckaufträge eingesetzt werden.

Ovjera nutzt individuelle Oberflächenstrukturen zur Identifikation. Materialien wie Papier, Karton, Holz oder Metall weisen Mikromuster und natürliche Unterschiede auf. Die Technologie erfasst diese Merkmale optisch und ordnet dem jeweiligen Objekt eine Identität zu. Das Unternehmen bezeichnet die zugrunde liegenden Strukturmerkmale als „Entropy Essence“.

Daktylo setzt am Herstellungsprozess an. Die Technologie analysiert dessen charakteristische Merkmale, darunter die eingesetzten Maschinenkombinationen sowie optische Eigenschaften von Druckfarben und Veredelungen wie Heißfolienprägungen. Anhand dieses Produktionsfingerabdrucks soll sich prüfen lassen, ob ein Produkt mit dem vorgesehenen Druckverfahren und der autorisierten Produktionstechnik hergestellt wurde.

Die drei Technologiefamilien werden über die Smartphone-Anwendung „a verification app – ava“ zugänglich. Markeninhaber, Logistikpartner und Verbraucher sollen damit Produkte oder Verpackungen scannen und innerhalb weniger Sekunden auf Echtheit, Unversehrtheit und Herkunft prüfen können.

Sicherheitsdruck als Ausgangspunkt

Koenig & Bauer verweist auf seine mehr als 200-jährige Geschichte in der Druckindustrie und die langjährige Zusammenarbeit mit Zentralbanken. Die dabei aufgebaute Sicherheitsdruckkompetenz bildet die Grundlage für das Schutzkonzept.

„Seit Jahrzehnten schützen wir Währungen weltweit – mit ‘protected at print’ übertragen wir diese Expertise nun auf Konsumgüter, Medikamente und Premiumprodukte“, erklärt Julian Schubert, CEO von Koenig & Bauer Vision & Protection.

Als Einsatzfelder nennt das Unternehmen unter anderem Pharmazeutika, Babynahrung, Lebensmittel und Kosmetika. Markeninhaber sollen durch die Kombination aus Authentifizierung und Rückverfolgbarkeit dabei unterstützt werden, Fälschungen und nicht autorisierte Vertriebswege zu erkennen. Die Schutzmerkmale bleiben nach Unternehmensangaben unsichtbar und erfordern keine gestalterischen Änderungen an der Verpackung.

Zertifizierungsprogramm für Druckereien

Für Druckereien ergänzt das Zertifizierungsprogramm cp³ – Certified Protected Print Provider – das technische Angebot. Es soll ihnen ermöglichen, ihr Leistungsspektrum um geschützte Druckprodukte zu erweitern. Zusätzliche Investitionen in Spezialmaschinen sind dafür laut Koenig & Bauer nicht erforderlich.

Die Lackschutzlösung aegis wurde im September 2025 eingeführt, das cp³-Zertifizierungsprogramm folgte im Februar 2026. Nach Angaben des Unternehmens gibt es bereits zertifizierte Partner im Vereinigten Königreich, in Italien, Indien, den USA und Mexiko.