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HTWK Leipzig startet Studiengang “3D-Druck und funktionale Oberflächen”

Der neue Bachelorstudiengang der HTWK Leipzig ist bereits voll ausgelastet (Quelle: HTWK Leipzig)
Der neue Bachelorstudiengang der HTWK Leipzig ist bereits voll ausgelastet (Quelle: HTWK Leipzig)

Zum Wintersemester 2026/27 hat an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) der erste Jahrgang des neuen Bachelorstudiengangs „3D-Druck & Funktionale Oberflächen“ sein Studium aufgenommen. Der siebensemestrige Studiengang ist bereits zum Auftakt ausgelastet.

Mit dem Studienangebot erweitert die Hochschule ihre ingenieurwissenschaftliche Ausbildung um ein Fachgebiet, das nach Angaben der HTWK Leipzig neue Möglichkeiten für die Entwicklung und Herstellung industrieller Produkte eröffnet. Zum Auftakt begrüßte Studiendekan Prof. Dr. Ingo Reinhold die neuen Studierenden; ein Praxisworkshop gab einen ersten Einblick in moderne Drucktechnologien.

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In den kommenden sieben Semestern lernen die Studierenden, aus digitalen Entwürfen funktionsfähige Produkte zu entwickeln – von der Auswahl geeigneter Materialien über die Fertigung bis zur Prüfung der Produkteigenschaften. Das Studium umfasst ein integriertes Praxissemester und schließt mit dem Bachelor of Engineering ab.

Form und Funktion in einem Bauteil

Im Mittelpunkt steht die Verbindung zweier eng verwandter Technologiefelder: Beim 3D-Druck entstehen Bauteile Schicht für Schicht, während Oberflächen durch gezielt aufgebrachte Schichten zusätzliche Eigenschaften erhalten – sie können beispielsweise elektrischen Strom leiten oder als Sensoren dienen. Werden beide Ansätze kombiniert, lassen sich Bauteile fertigen, die Form und Funktion miteinander verbinden. Der Studiengang vermittelt das Wissen, solche Anwendungen zu konstruieren, passende Werkstoffe auszuwählen und die erforderlichen Produktionsprozesse zu gestalten.

„Mit diesem Studiengang schöpfen wir das wahre Potenzial von Drucktechnik aus“, erklärte Reinhold bei der Vorstellung des Studienangebots im April. Die Ausbildung greife den Bedarf der Industrie an Fachkräften auf, die Materialien, Fertigungsverfahren und digitale Prozesse zusammenführen und für neue Anwendungen nutzbar machen können.

Curriculum von den Grundlagen bis zur Automatisierung

Das Curriculum verbindet naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Grundlagen mit Materialwissenschaften, Konstruktion und computergestütztem Design. Hinzu kommen zwei- und dreidimensionale Druckverfahren, die Funktionalisierung von Oberflächen sowie Programmierung, Automatisierung und Qualitätsmanagement. Praktika, Laborübungen und Projekte dienen der praktischen Anwendung des erworbenen Wissens. In der sechsmonatigen Praxisphase sammeln die Studierenden Erfahrungen im beruflichen Umfeld und knüpfen Kontakte zu möglichen späteren Arbeitgebern.

Labor AM³ als Forschungsumfeld

Ergänzt wird das Studienangebot durch ein Forschungsumfeld an der Hochschule: Am 10. Juni 2026 eröffnete die HTWK Leipzig das Labor „Additive Multimaterial Manufacturing“ (AM³). Mit einem Bio-Printer, einem pulverbasierten Polymer-3D-Drucker und einer Anlage zur Untersuchung von Pulvereigenschaften können Forschende unterschiedliche Materialien und Fertigungsschritte miteinander verbinden. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Großgeräte unterstützen eine durchgängige Betrachtung von der Materialentwicklung bis zum fertigen Bauteil. Die Anwendungsfelder reichen vom Maschinen- und Anlagenbau über gedruckte Elektronik bis zur medizinischen Sensorik und Diagnostik.

Berufsfelder auch in der Verpackungsindustrie

Für die künftigen Absolventinnen und Absolventen eröffnet sich nach Darstellung der Hochschule ein breites berufliches Spektrum: Sie können unter anderem in der Produktentwicklung, Anwendungstechnik und Prozessoptimierung tätig werden, etwa in der Medizin- und Energietechnik, der Elektronik-, Automobil- oder Verpackungsindustrie. Die Verbindung von 2D- und 3D-Druck soll sie darauf vorbereiten, etablierte Fertigungsverfahren weiterzuentwickeln und neue Einsatzmöglichkeiten zu erschließen.