LEEB erweitert Standort in Memmingen

Neue Halle soll zusätzliche Kapazitäten schaffen

LEEB Flexibles hat mit dem Bau einer neuen Halle am Stammsitz in Memmingen begonnen. Der Verpackungshersteller will damit zusätzlichen Raum für die Weiterentwicklung seiner Prozesse und den Ausbau der Kapazitäten schaffen.

LEEB bezeichnet die Erweiterung als Bekenntnis zum Standort Memmingen und zur Produktion in Deutschland. Rund 200 Menschen arbeiten für das Familienunternehmen, das seit 2018 von den Geschwistern Dr. Julia Eberhardt und Georg Eberhardt in vierter Generation geführt wird.

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Das Unternehmen wurde 1928 von Georg Leeb als Memminger Aluminium-Folienwerk gegründet. Zunächst produzierte der Betrieb bedruckte und geprägte Aluminiumfolien für Molkereien. In den 1940er-Jahren kamen eigene Kaschieranlagen für Aluminium-Papier-Verbunde hinzu. Ende der 1950er-Jahre zog das Unternehmen aus der Memminger Innenstadt an den heutigen Standort in der Woringer Straße.

Flexodruck, Kaschierung und Konfektionierung

Heute verarbeitet und veredelt LEEB Kunststoffe, Papier, Aluminium sowie materialübergreifende Verbunde. Das Leistungsspektrum umfasst die interne Druckvorstufe, den Flexo- und Digitaldruck, die Kaschierung sowie verschiedene Konfektionierungsverfahren.

Nach Unternehmensangaben stehen Flexodruckmaschinen mit acht beziehungsweise bis zu 10+1 Farben zur Verfügung. Hinzu kommen unter anderem partielle Lackierungen, haptische Effekte, Prägungen, Stanzungen und Perforationen. Die Packstoffe werden als Rollenware, Formate oder vorgefertigte Beutel ausgeliefert. Ein eigenes Labor begleitet die Materialentwicklung und -prüfung.

Das Portfolio umfasst unter anderem Oberfolien, Schlauchbeutel, Einschlagfolien, Standbodenbeutel und Wiederverschlusssysteme. Diese kommen vor allem für Käse- und Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Fisch, Back- und Süßwaren, Snacks, Tiefkühlkost und Feinkost zum Einsatz. Daneben bedient LEEB technische und weitere Non-Food-Anwendungen.

Maschinenpark seit 2018 modernisiert

Der Hallenneubau setzt eine Reihe von Investitionen am Standort fort. Seit 2018 modernisierte LEEB unter anderem seinen Flexodruckmaschinenpark. Dazu gehörte zunächst eine Miraflex II von Windmöller & Hölscher mit 10+1 Farben.

2024 installierte das Unternehmen als Entwicklungspartner die erste Alphaflex von Windmöller & Hölscher. Die Zentralzylinder-Flexodruckmaschine verfügt über acht Druckwerke und erreicht laut Maschinenbauer Geschwindigkeiten von bis zu 400 Metern pro Minute. Schwerpunkte der gemeinsamen Entwicklung waren eine konstante Druckqualität, standardisierte Rüstabläufe sowie ein effizienterer Energie- und Materialeinsatz.

Entwicklung recyclingfähiger Verpackungen

Parallel arbeitet LEEB an recyclingfähigen und materialreduzierten Verpackungslösungen. Dazu zählt PureWrap PP, ein zweischichtiger Weichkäsewickler aus Polypropylen. Die Konstruktion verbindet eine Außenschicht mit einer gewebten, vliesähnlichen PP-Schicht. Diese soll ein Luftpolster bilden und die weitere Reifung des Käses in der Verpackung ermöglichen.

Das Deutsche Verpackungsinstitut zeichnete PureWrap PP 2024 mit dem Deutschen Verpackungspreis sowie einem Gold Award in der Kategorie Nachhaltigkeit aus. Weitere Entwicklungsfelder sind papierbasierte Schlauchbeutel, polyolefinbasierte Hochbarrierelösungen und Packstoffe mit nachwachsenden Bestandteilen.

Am Standort nutzt LEEB außerdem Photovoltaik sowie Wärme aus der thermischen Nachverbrennung. Die Rückgewinnung von Prozesswärme gehört seit 2008 zum Energiekonzept.

2028 feiert das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. Bis dahin soll die neue Halle die räumlichen Voraussetzungen für weitere Kapazitäten und angepasste Produktionsprozesse schaffen.