XSYS setzt auf thermische Flexoplattenverarbeitung

Platten sollen schneller druckfertig verfügbar sein

XSYS setzt auf thermische Flexoplattenverarbeitung
Das LAVA-System von XSYS verarbeitet Flexodruckplatten thermisch und ersetzt dabei den lösemittelbasierten Auswasch- und Trocknungsprozess. (Quelle: XSYS)

XSYS baut sein Angebot für die thermische Verarbeitung von Flexodruckplatten weiter aus. Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben weltweit mehr als 50 Kundenstandorte mit thermischen Systemen. Im Mittelpunkt stehen kürzere Durchlaufzeiten, der Verzicht auf lösemittelbasiertes Auswaschen und eine stärkere Kontrolle über die Druckvorstufe.

Bei der thermischen Plattenverarbeitung wird das nicht polymerisierte Material unter Wärmeeinwirkung von der Platte entfernt. Dadurch entfällt der zeitaufwendige Auswasch- und Trocknungsprozess lösemittelbasierter Systeme. Das Verfahren gewinnt insbesondere dort an Bedeutung, wo häufige Auftragswechsel, kurze Lieferzeiten und eine flexible Plattenbereitstellung gefragt sind.

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Plattenherstellung im eigenen Betrieb

Für Druckereien, die ihre Flexodruckplatten bislang extern beziehen, kann die thermische Verarbeitung eine Möglichkeit sein, die Plattenherstellung in den eigenen Betrieb zu holen. Damit lassen sich Produktionsplanung, Qualität und Reaktionszeiten unmittelbar steuern. Repro- und Vorstufenbetriebe wiederum können thermische Systeme einsetzen, um Platten schneller bereitzustellen.

XSYS bietet dafür die thermisch verarbeitbaren Plattentypen ITP-60, XVH und XAH sowie die LAVA-Verarbeitungssysteme an. Ergänzt wird das Angebot durch Workflowlösungen, die gemeinsam mit Hybrid Software bereitgestellt werden. Der Hersteller bündelt damit Platten, Verarbeitungsanlagen, Workflowsoftware, Anwendungstechnik und technischen Service.

Durchlaufzeit von 175 auf 57 Minuten

Als wesentlichen Vorteil nennt XSYS die verkürzte Herstellungszeit. In einer Vergleichsrechnung für eine 1,70 Millimeter starke Platte im Format 1067 × 1524 Millimeter sinkt die Zeit von der Datei bis zur druckfertigen Platte nach Unternehmensangaben von 175 Minuten beim lösemittelbasierten Verfahren auf 57 Minuten beim thermischen Prozess.

Während Belichtung und Nachbehandlung bei beiden Verfahren einen ähnlichen Zeitbedarf aufweisen, liegt der größte Unterschied in der Verarbeitung: Beim lösemittelbasierten Verfahren veranschlagt XSYS 20 Minuten für das Auswaschen und 120 Minuten für die Trocknung. Der LAVA-Prozess benötigt demnach 24 Minuten. Insgesamt ergibt sich daraus eine um 67 Prozent kürzere Durchlaufzeit.

Zudem beziffert XSYS die möglichen Einsparungen bei den Gesamtbetriebskosten gegenüber lösemittelbasierten Systemen auf 20 bis 30 Prozent. Berücksichtigt werden dabei unter anderem der Wegfall von Lösemitteln, Entwicklungschemikalien, Abluft- und Genehmigungsanforderungen sowie entsprechende Entsorgungskosten.

Vergleichswerte hängen vom Betrieb ab

Die genannten Werte sind Herstellerangaben und lassen sich nicht pauschal auf jede Produktion übertragen. Die Wirtschaftlichkeit einer Umstellung hängt unter anderem von Plattenformaten, Produktionsvolumen, Auslastung, Energiepreisen und der vorhandenen Vorstufeninfrastruktur ab. Auch thermische Systeme benötigen Anlagenenergie und Verbrauchsmaterialien. Entscheidend ist daher eine betriebsbezogene Gesamtkostenrechnung.

Bei der Druckqualität sieht XSYS die thermischen Platten auf einem mit lösemittelverarbeiteten Platten vergleichbaren Niveau. Welche Platte geeignet ist, richtet sich jedoch nach Druckverfahren, Rasterung, Farbübertragung, Bedruckstoff und den Qualitätsanforderungen des jeweiligen Auftrags.

Weniger Lösemittel in der Druckvorstufe

Als weiteren Vorteil führt XSYS die Umweltwirkung an. Da kein lösemittelbasierter Auswaschprozess erforderlich ist, lassen sich Chemikalieneinsatz und damit verbundene Abfälle reduzieren. Gegenüber der Lösemittelverarbeitung sollen die CO₂-Emissionen laut Hersteller um bis zu 48 Prozent sinken. Die konkreten Berechnungsgrundlagen für diesen Wert werden im vorliegenden Vergleich allerdings nicht näher ausgewiesen.

Thermische Flexoplattenverarbeitung ist damit vor allem eine Alternative für Betriebe, die Platten schneller verfügbar machen und lösemittelbasierte Prozessschritte aus ihrer Vorstufe entfernen wollen. Ob sich eine Umstellung rechnet, muss anhand des jeweiligen Produktionsprofils geprüft werden.