Jetzt erschienen! Die neue Ausgabe von "VerpackungsDruck & Converting" mit dem Special "Wellpappe, Faltchachteln & Papier"
Schluss mit dem Entweder-oder
von Ansgar Wessendorf,
Jetzt erschienen! Die aktuelle VerpackungsDruck & Converting 4-2026 (Juli-Ausgabe)
Die Verpackungsindustrie liebt klare Botschaften. Papier gilt als Zukunft, Kunststoff als Auslaufmodell. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Die Realität ist komplexer als die Schlagzeilen. Genau deshalb war die vielleicht wichtigste Ankündigung der Interpack 2026 keine neue Maschine, sondern eine Partnerschaft.
Mit der Kooperation zwischen der Heidelberger Druckmaschinen AG und Comexi, dem spanischen Druckmaschinen- und Anlagenbauer für flexible Verpackungen, setzt Heidelberg ein bemerkenswertes Signal. Nicht, weil damit unmittelbar neue Produkte vorgestellt wurden. Sondern weil das Unternehmen zeigt, dass strategische Zukunftsfähigkeit heute nicht mehr in einzelnen Technologien liegt, sondern in der Beherrschung kompletter Wertschöpfungsnetzwerke.
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Das aktuelle Special “Wellpappe, Faltschachteln & Papier” 2-2026”
Mehr als nur Maschinen
Vor diesem Hintergrund erscheinen auch die Partnerschaften mit Pack- Smart, Metsä Board und der pfenning group folgerichtig. Sie erweitern Heidelbergs Kompetenz entlang der gesamten Prozesskette – von der Materialentwicklung über Serialisierung und Authentifizierung bis hin zu Logistik- und Supply- Chain-Prozessen. Der Druckmaschinenhersteller entwickelt sich damit konsequent zum End-to- End-Systemintegrator.
Die eigentliche strategische Botschaft liegt jedoch in der Zusammenarbeit mit Comexi. Bislang stand Heidelberg mit Boardmaster und Speedmaster konsequent für faserbasierte Verpackungslösungen. Die Substitution von Kunststoff durch Papier und Karton bleibt ein zentraler Wachstumstreiber. Wer daraus jedoch ableitet, flexible Folienverpackungen seien ein Auslaufmodell, verwechselt politische Zielbilder mit industrieller Realität.
Technologieoffenheit schafft Resilienz
Genau diese Realität spricht Felix Müller offen an: „Auf der einen Seite wollen wir Kunststoff ersetzen, aber auf der anderen Seite wird Kunststoff immer da sein. Folie wird immer da sein.“ Treffender lässt sich die Situation der Verpackungsindustrie kaum beschreiben. Überall dort, wo höchste Barriereeigenschaften, Produktschutz, Materialeffizienz oder geringes Transportgewicht gefragt sind, bleiben flexible Folienverpackungen auf absehbare Zeit unverzichtbar.
Themen und Inhalte der neuen “VerpackungsDruck & Converting 4-2026” und des aktuellen Special “Wellpappe, Faltschachteln & Papier” 2-2026”
Technologieoffenheit ist deshalb keine Beliebigkeit, sondern strategische Vernunft. Wer seine Zukunft ausschließlich an einem Werkstoff oder regulatorischen Trends ausrichtet, macht sich abhängig von politischen Rahmenbedingungen und Marktzyklen. Wer unterschiedliche Verpackungswelten intelligent verbindet, schafft Resilienz.
Noch ist die Zusammenarbeit zwischen Heidelberg und Comexi bewusst offen formuliert. Vielleicht bleibt sie punktuell. Vielleicht markiert sie aber auch den Einstieg in ein Marktsegment, das bislang außerhalb des Heidelberger Portfolios lag.
Die eigentliche Botschaft lautet deshalb nicht Papier oder Folie. Sie lautet: Die Zukunft gehört den Unternehmen, die den gesamten Verpackungsprozess beherrschen – unabhängig vom Substrat. Genau darin könnte Heidelbergs eigentliche Transformation liegen.
Beste Grüßen, Ihr
Ansgar Wessendorf
(Chefredakteur VerpackungsDruck & Converting)
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