Optimierte Farbversorgung und automatisierte Reinigung für kürzere Auftragswechsel

Bobst entwickelt die Tiefdruckmaschine Master 6003 weiter

Bobst entwickelt die Tiefdruckmaschine Master 6003 weiter
Optimierte Farbversorgung und automatisierte Reinigung für kürzere Auftragswechsel (Quelle: Bobst)

Die überarbeitete Master 6003 von Bobst verbindet eine optimierte Farbversorgung mit zusätzlichen Automatisierungsfunktionen. Nach Herstellerangaben reduziert das neue Farbsystem die im Farbkreislauf benötigte Farbmenge um 60 Prozent und den Lösemittelverbrauch um bis zu 40 Prozent. Automatisierte Reinigungsabläufe und eine vereinfachte Handhabung sollen zudem die Rüstzeiten verkürzen und das Bedienpersonal entlasten.

Verpackungsdruckereien stehen im Tiefdruck vor der Aufgabe, ihren Materialverbrauch zu senken und auch bei kleineren Auflagen wirtschaftlich zu produzieren. Eine effiziente Farbversorgung und kurze Auftragswechsel gewinnen damit an Bedeutung. Bobst hat seine Tiefdruckplattform Master 6003 in diesen Bereichen weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen ein überarbeitetes Farbsystem, die Erfassung von Verbrauchsdaten und die Automatisierung wiederkehrender Bedienabläufe.

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Weniger Farbe im Kreislauf

Das LeanPrint-Farbsystem reduziert die während der Produktion zirkulierende Farbmenge. Durch die optimierten Wege zwischen Farbtank und Farbwanne sowie eine angepasste Rohrleitungsführung benötigt es laut Bobst 60 Prozent weniger Farbe im Kreislauf als die bisherige Konfiguration. Zugleich soll der Lösemittelverbrauch um bis zu 40 Prozent sinken. Der Hersteller verbindet damit einen geringeren Materialverbrauch, weniger Abfall und eine sauberere Produktionsumgebung.

Ein neuer Schwenkmechanismus ermöglicht es, den Schwenkarm schnell und reproduzierbar zum Druckzylinder zu positionieren. Nach Herstellerangaben unterstützt dies auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten eine gleichmäßige, kontrollierte Farbübertragung, ohne manuelle Nachjustierungen zu erfordern.

Verbrauchsdaten in Echtzeit

Integrierte Messfunktionen geben dem Bedienpersonal einen Überblick über den Farb- und Energieverbrauch. Mithilfe von Druckmessgeräten erfasst das System Daten zur Farbversorgung und stellt Informationen zum Farbverbrauch je Auftrag, zur zirkulierenden Farbmenge und zur verfügbaren Restmenge bereit. Darüber hinaus schätzt es, wie viel Farbe bis zum Abschluss eines Auftrags benötigt wird.

Die Angaben erscheinen auf einer eigenen Seite der Bedienoberfläche. Sie sollen den Maschinenführern helfen, die Farbversorgung während der Produktion gezielter zu steuern.

Eine weitere Funktion erfasst den Strom- und Druckluftverbrauch in Echtzeit. Dadurch lassen sich Verbrauchswerte überwachen und mögliche Ineffizienzen frühzeitig erkennen. Zusammen unterstützen die Messfunktionen die Dokumentation und Rückverfolgbarkeit des Ressourceneinsatzes. Die Daten können damit auch als Grundlage für Nachweise gegenüber Kunden und für die Erfüllung von Berichtspflichten dienen.

Automatisierte Zylinderreinigung

Ein automatisiertes Vorwaschsystem füt Tiefdruckzylinder an jedem Druckwerk erspart den manuellen Reinigungsaufwand. Laut Bobst entfernt es eingetrocknete Farbreste auch aus kleinen Gravurnäpfchen und schafft damit die Voraussetzung für eine gleichmäßige Farbübertragung.

Die Waschzyklen lassen sich an den Druckwerken aktivieren, die eine Reinigung benötigen, und sind nach Herstellerangaben innerhalb einer Minute abgeschlossen. Dies soll die Rüstzeiten verkürzen, Auftragswechsel beschleunigen und das Bedienpersonal entlasten.

Vereinfachte Handhabung beim Auftragswechsel

Auch der neu gestaltete Hilfs-Trolley soll das Einrichten erleichtern. Seine kompakte, von beiden Seiten zugängliche Bauweise vereinfacht die Entnahme der Farbbehälter. Ein Referenzsystem unterstützt die genaue Positionierung der Druckzylinder und reduziert damit den Bedarf an manuellen Korrekturen.

Eine bodennahe Stützposition erleichtert zudem das Beladen und soll die körperliche Belastung beim Bewegen der Farbbehälter verringern.

Die Weiterentwicklungen setzen damit an mehreren Kostenfaktoren des Tiefdrucks an: Ein kleineres Farbvolumen im Kreislauf und ein geringerer Lösemittelverbrauch reduzieren den Materialeinsatz. Verbrauchsdaten schaffen mehr Transparenz im Produktionsprozess. Automatisierte Reinigung und vereinfachte Farbhandhabung können zugleich die Stillstandszeiten bei Auftragswechseln verkürzen und die Maschinenverfügbarkeit erhöhen.

„Verpackungshersteller suchen nach Möglichkeiten, ihre Effizienz zu verbessern und ihre Kosten zu kontrollieren, ohne ihre Arbeitsprozesse komplexer zu machen“, erklärt Davide Rossello, Process R&D Manager Gravure bei Bobst. „Mit der neuen Master 6003 haben wir eine praxisbewährte Tiefdrucktechnologie weiterentwickelt – mit Lösungen, die den Verbrauch verringern, Routineprozesse automatisieren und die Produktion übersichtlicher machen. Die Druckmaschine wird vor allem einem Ziel gerecht: Sie verbessert die Wirtschaftlichkeit des Tiefdruckprozesses, ohne dass Kunden ihre Arbeitsweise verändern müssen.“