RGB-Kamera soll Druckmarken auch bei anspruchsvollen Substraten zuverlässig erfassen
Neue Kamera für die Druckmarkenerkennung
von Ansgar Wessendorf,
Die neue B&R Color Camera wurde für die zuverlässige Erkennung von Druckmarken in Druck- und Converting-Anwendungen entwickelt und unterstützt kamerabasierte Prozesskorrekturen in Echtzeit (Quelle: B&R)
Die Machine Automation Division von ABB erweitert ihr Vision-Portfolio um eine neue Farbkamera von B&R. Die auf der Chinaplas 2026 vorgestellte Color Camera wurde für die Erkennung von Druckmarken in Druck- und Converting-Anwendungen entwickelt und richtet sich insbesondere an Maschinenbauer und OEMs. Nach Unternehmensangaben kombiniert das System eine hohe Farbgenauigkeit mit schneller Bildverarbeitung und ermöglicht damit eine zuverlässige Erkennung auch bei hohen Bahngeschwindigkeiten und anspruchsvollen Materialien.
Die Kamera ist in den Maschinenregelkreis integriert und liefert Bilddaten in Echtzeit. Dadurch können Prozessabweichungen unmittelbar korrigiert werden. Laut ABB lassen sich auf diese Weise Makulatur reduzieren, die Gesamtanlageneffektivität verbessern und Materialressourcen effizienter nutzen. Das System ist für Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 500 m/min ausgelegt.
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„Moderne Drucksubstrate – etwa hochglänzende, transparente oder mehrfarbig bedruckte Materialien – stellen hohe Anforderungen an die zuverlässige Erkennung von Druckmarken. Werden diese nicht kontinuierlich erkannt, kann dies zu erhöhtem Ausschuss und Materialverbrauch führen. Mit der neuen Color Camera wollen wir diese Herausforderungen adressieren“, erklärt Pieter Prinsloo, Global Product Manager Machine Vision bei der Machine Automation Division von ABB.
Ein wesentliches Merkmal der Kamera ist eine integrierte Auto-Exposure-Funktion. Sie passt Belichtungszeit und Kontrast während des laufenden Betriebs automatisch an wechselnde Substrate und Druckbilder an, so dass manuelle Eingriffe entfallen. Dadurch soll die Prozessstabilität auch bei variierenden Produktionsbedingungen erhalten bleiben.
Im Unterschied zu eigenständigen Vision-Sensoren setzt ABB auf eine vollständig integrierte Architektur, bei der Bildverarbeitung, Antriebstechnik und Maschinensteuerung auf einer gemeinsamen deterministischen Plattform zusammengeführt werden. Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht dies Echtzeitkorrekturen im Mikrosekundenbereich und reduziert Latenzen sowie Synchronisationsabweichungen.
„Machine Vision wird damit zu einem integralen Bestandteil der Maschinensteuerung. Die vollständige Integration eröffnet Druckereien und Maschinenbauern zusätzliche Möglichkeiten, Prozesse weiter zu automatisieren“, so Prinsloo.
Die neue B&R Color Camera unterstützt sowohl monochrome als auch farbige Bildverarbeitungsanwendungen auf derselben Hardwareplattform. Dadurch können Maschinenhersteller unterschiedliche Vision-Aufgaben ohne zusätzliche Kamerahardware realisieren. Die Engineering- und Wartungsprozesse erfolgen über die Softwareplattform Automation Studio in Verbindung mit mapp Vision, wodurch sich Konfiguration und Verwaltung der Bildverarbeitung vereinfachen sollen.
Mit der Erweiterung des Vision-Portfolios adressiert ABB den steigenden Bedarf an integrierten kamerabasierten Qualitäts- und Registerregelsystemen für Druck- und Converting-Anwendungen, bei denen eine präzise Druckmarkenerkennung zunehmend Voraussetzung für stabile und materialeffiziente Produktionsprozesse ist.