Schmal- und Mittelbahntechnik erschließt neue Anwendungen

LOUPE rückt flexible Verpackungen ins Zentrum

LOUPE rückt flexible Verpackungen ins Zentrum
Die LOUPE erweitert den bisherigen Fokus der Labelexpo: Neben Etiketten rücken schmal- und mittelbahnig produzierte flexible Verpackungen wie Pouches und Schrumpffolien in den Mittelpunkt (Quelle: LOUPE)

Die LOUPE Americas 2026 zeigt vom 15. bis 17. September in Chicago, wie sich Technologien aus der Etikettenproduktion auf flexible Verpackungen übertragen lassen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Pouches, Schrumpffolien und weitere Rolle-zu-Rolle-Anwendungen. Die Messe tritt erstmals unter dem Namen LOUPE statt Labelexpo auf – und macht damit ihren erweiterten Anspruch sichtbar.

Nach einem Beitrag von Andy Thomas-Emans, Strategic Director, LOUPE Global.

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Flexible Verpackungen bilden einen Schwerpunkt der LOUPE Americas 2026. Damit setzt die Messe eine Entwicklung fort, die sich bereits seit rund zwölf Jahren auf den früheren Labelexpo-Veranstaltungen beobachten lässt: Schmal- und mittelbahnige Maschinen, die ursprünglich für die Etikettenproduktion entwickelt wurden, werden zunehmend für die Verarbeitung flexibler Verpackungsmaterialien eingesetzt.

Dazu gehören insbesondere Schrumpffolien und Pouches, aber auch andere Rolle-zu-Rolle-Anwendungen wie Form-Fill-Seal-Verpackungen. Für Etikettenverarbeiter eröffnet diese Entwicklung die Möglichkeit, vorhandene Maschinen, Kompetenzen und Produktionsstrukturen für zusätzliche Verpackungsanwendungen einzusetzen.

Besonders relevant sind kurze Auflagen, eine hohe Zahl unterschiedlicher Verpackungssorten, kundenspezifische Ausführungen und kurze Lieferzeiten. In diesem Bereich können schmal- und mittelbahnige Anlagen eine Marktnische besetzen, in der breitbahnig arbeitende Verarbeiter aufgrund ihrer Produktionsstrukturen nicht immer wirtschaftlich agieren können.

Mehr als eine Umbenennung

Die Umbenennung von Labelexpo in LOUPE soll diese technologische und marktseitige Entwicklung abbilden. Während die Labelexpo historisch vor allem als Fachmesse für Etikettendruck und -verarbeitung positioniert war, umfasst LOUPE ausdrücklich drei Bereiche: Etiketten, flexible Verpackungen und die Inline-Verarbeitung von Faltschachteln.

Etiketten bleiben dabei das technologische Zentrum. LOUPE entwickelt sich also nicht zu einer allgemeinen Verpackungsmesse. Der Fokus liegt weiterhin auf Technologien, die aus der schmalbahnigen Etikettenproduktion stammen: Inline-Flexodruck, Digitaldruck, hybride Maschinenkonzepte sowie die dazugehörigen Veredelungs-, Weiterverarbeitungs- und Automatisierungslösungen.

Der Unterschied zur früheren Labelexpo liegt damit vor allem in der deutlicheren Einbeziehung angrenzender Verpackungssegmente. Gezeigt wird, wie sich die für den Etikettenmarkt entwickelten Produktionskonzepte auf flexible Verpackungen und Inline-Faltschachtelanwendungen übertragen lassen. Klassische Breitbahnverfahren wie CI-Flexodruck oder Tiefdruck gehören ebenso wenig zum Kern des Messekonzepts wie der konventionelle Bogenoffsetdruck. Im Vordergrund stehen kurze und mittlere Auflagen, Variantenvielfalt sowie hochwertige und veredelte Verpackungsprodukte.

Die LOUPE Americas ist die erste Veranstaltung der Reihe unter dem neuen Namen. Sie findet vom 15. bis 17. September 2026 im Donald E. Stephens Convention Center in Rosemont bei Chicago statt. Der Veranstalter positioniert sie als Plattform für den Etiketten- und Verpackungsdruck mit mehr als 400 Ausstellern.

Prozessketten für flexible Verpackungen

Auf der Messe soll die gesamte für schmal- und mittelbahnige flexible Verpackungen relevante Prozesskette vertreten sein. Dazu gehören Inline-Flexo-, Digital- und Hybridmaschinen mit Arbeitsbreiten bis etwa 660 Millimeter, Schneid- und Wickelsysteme, Kaschiertechnik, Materialien, Farben und Beschichtungen sowie Anlagen zur Veredelung, Beutelherstellung und Verarbeitung von Schrumpffolien.

Mehrere Aussteller stellen dabei nicht einzelne Maschinen, sondern durchgängige Produktionsabläufe in den Mittelpunkt.

HP Indigo zeigt die Digitaldruckmaschine HP Indigo 200K gemeinsam mit der schmalbahnigen HP Indigo 6K+. Auf beiden Anlagen sollen flexible Verpackungen und Etiketten produziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit Partnern aus der Weiterverarbeitung, um vollständige Produktionsketten vom Druck bis zum fertigen Verpackungsprodukt abzubilden.

Auf der HP Indigo 200K werden flexible Verpackungen und Schrumpffolienanwendungen hergestellt. Die Weiterverarbeitung übernimmt eine aktualisierte, 30 Zoll breite Plattform von Gonderflex zum thermischen Kaschierung und Beschichten. Sie ist mit einer digitalen Veredelungslösung von JetFX ausgestattet. Nach Angaben des Anbieters erfüllt das JetFX-System die einschlägigen US-amerikanischen FDA-Vorgaben sowie Anforderungen der Europäischen Union und des Bundesinstituts für Risikobewertung für Materialien mit Lebensmittelkontakt.

Karlville verarbeitet ebenfalls einen auf der HP Indigo 200K gedruckten Auftrag. Dafür setzt das Unternehmen seine neue Combi-Kaschieranlage ein, der flexible Verpackungen, Schrumpffolien und Selbstklebeetiketten sowohl lösemittelfrei als auch thermisch kaschieren kann. Außerdem wird die Schrumpffolien-Konfektionierungsanlage K3 Plus gezeigt.

Pouch-Produktion und Digitaldruck

AB Graphic International führt die neue Sparte ABG FlexPack in den nordamerikanischen Markt ein. Am Stand ist eine Pouch-Anlage des Typs Galaxy GS20 Plus zu sehen, die mit dem digitalen Inline-Veredelungssystem Pouch Jet von ABG kombiniert wird. Nach Angaben des Unternehmens wird diese Konfiguration erstmals in Nordamerika präsentiert.

Mark Andy demonstriert auf der Performance Series S9 die Bedruckung flexibler Verpackungen. Vorgesehen sind ein Beutel für Hundesnacks und eine Form-Fill-Seal-Verpackung. Beide Aufträge werden vierfarbig in CMYK sowie mit zwei Weißschichten produziert. Die Materialien stellt Multi-Plastics bereit, die Druckfarben stammen von Sun Chemical. Zusätzlich zeigt Mark Andy Muster fertiger Pouches, die auf einer Konfektionierungsanlage von Karlville hergestellt wurden.

Xeikon, die Digitaldrucksparte der Flint Group, bedruckt auf der Messe Pouches. Eingesetzt wird die Xeikon Digitaldruckmaschine des Typs TX500 mit Titon-Tonertechnologie. Bedruckt wird ein einschichtiges flexibles Verpackungsmaterial mit Barrierefunktion von Synthogra.

Bobst zeigt im Rahmen seines Konzepts „One Complete“ Pouches, die auf einer Master M6 gedruckt und anschließend mit der lösemittelfreien Kaschieranlage des Typs Nova SX 550 verarbeitet wurden.

Digitale Veredelung erreicht Pouches und Schrumpffolien

Neben dem Druck gewinnt auch die Inline- und Offline-Veredelung flexibler Verpackungen an Bedeutung. Neben den Systemen von JetFX und ABG präsentiert SAPA Intelligent Technology die digitale Veredelungslinie DMS für Schrumpffolien und flexible Verpackungen.

Das modulare Rolle-zu-Rolle-System verbindet digitale Folienveredelung, 3D-Prägung, partiellen Lackauftrag und holografischen Transfer auf einer Plattform. Breit Technologies zeigt Anlagen für das Cast-and-Cure-Verfahren, mit denen sich optische und taktile Effekte auf flexiblen Verpackungen erzeugen lassen.

Die Beispiele verdeutlichen einen wesentlichen Ansatz der LOUPE: Technologien zur Individualisierung und Veredelung, die im Etikettenmarkt bereits etabliert sind, werden auf angrenzende Verpackungsformate übertragen. Damit richtet sich die Messe insbesondere an Verarbeiter, die Pouches und Schrumpffolien in kleineren Auflagen oder mit häufig wechselnden Designs produzieren.

Folien, Papiere und Funktionsmaterialien

Auch das Materialspektrum deckt unterschiedliche flexible Verpackungsanwendungen ab. Cosmo Films zeigt unter anderem transparente Antifog-BOPET-Deckelfolien für Frischwaren, Barrierefolien für Tiernahrung, temperaturbeständige TR-BOPP-Folien sowie Hochbarriere-BOPP- und retortenfähige Deckelfolien.

Flexcon stellt wiederverschließbare Folienkonstruktionen vor. Das Angebot von JCR Pack umfasst Schrumpffolien, Barrierematerialien, Klebebänder, Stretchfolien, Verschlüsse, biaxial orientierte Polyamidfolien und absorbierende Einlagen.

Nobelus präsentiert mit StrataFlex METPET Thermal Pre-Lams vorlaminierte Folien mit einer thermisch aktivierbaren Klebstoffschicht. Ergänzend zeigt das Unternehmen Spezialoberflächen als Folien und Thermolaminate. Dazu gehören Soft-Touch-, strukturierte und holografische Oberflächen sowie kratzbeständige Konstruktionen. Neu im Programm sind Karess Soft Touch, FineGrit Rough Touch und FineGrain.

Avery Dennison stellt sein Rapid-Roll-Portfolio für flexible Verpackungen vor. Es umfasst Pouchmaterialien mit Papier- oder Folienoberflächen, für flüssige Inhalte geeignete Snack-Verpackungsbahnen sowie die Produktreihen ChemControl und StickPak.

Sappi North America zeigt faserbasierte flexible Verpackungsmaterialien. Dazu gehört LusterBag, ein hochfestes und laut Hersteller FDA-konformes Material für dynamische Abfüllprozesse. Propyplast stellt flexible Verpackungsfolien neben seinem bestehenden Portfolio für In-Mould-Labels vor. Protect-all präsentiert Technologien zum Laminieren und zur Oberflächenbeschichtung.

Barrierebeschichtungen für Monomaterialien

Barrierebeschichtungen können in bestimmten Anwendungen komplexe Kaschierungen ersetzen und damit recyclingfähige Monomaterialkonstruktionen ermöglichen. Entsprechende Lösungen bilden daher einen weiteren Schwerpunkt der Messe.

Siegwerk kündigt eine neue Hochbarrierebeschichtung zur Herstellung vollständig recyclingfähiger, einschichtiger Polypropylen-Pouches an. Nach Angaben des Unternehmens soll das inline aufgebrachte System aus weißer Druckfarbe und Sauerstoffbarriere die Barrierewirkung, Siegelintegrität und Druckqualität erreichen, die bislang vor allem mit komplexeren Mehrmaterialstrukturen verbunden waren.

Archroma Packaging Technologies nimmt erstmals als Aussteller teil und präsentiert Barrierebeschichtungen für faserbasierte und flexible Verpackungen.

Inx International Ink zeigt die nitrocellulosefreien Farbsysteme Innova Plus NCF und BelleFlora NCF, die für flexible Verpackungen entwickelt wurden.

GEW präsentiert luft- und wassergekühlte LED-UV-Systeme. Für flexible Verpackungen sind diese Systeme vor allem wegen ihrer Energieeffizienz und des geringeren Wärmeeintrags im Vergleich zu Quecksilberdampflampen relevant.

Software und Bahntransport ergänzen die Prozesskette

Neben Druck, Materialien und Beschichtungen umfasst das Messeangebot auch Software für die Planung und Steuerung der Produktion. CERM, eProductivity Software und HiFlow Solutions stellen MIS- und ERP-Module für flexible Verpackungen vor.

Martin Automatic zeigt den automatischen Stoß-an-Stoß-Spleißer MBS und den Transferaufwickler LRD zur Automatisierung von Produktionslinien für flexible Verpackungen und Schrumpffolien. KTI präsentiert ebenfalls Lösungen für den automatisierten Bahntransport, darunter die Stoßspleißer ZC und ZG sowie Revolveraufwickler der MR-Serie.

Ashe Converting Equipment stellt erstmals den breitbahnigen Duplex-Centerwind-Rollenschneider Diamond aus. Die Anlage richtet sich unter anderem an Etikettenverarbeiter, die in die Produktion flexibler Verpackungen einsteigen und dafür Mutterrollen bedarfsgerecht schneiden möchten.

PouchMark Automation demonstriert den variablen Informationsdruck direkt auf Mylar- und andere Folienbeutel sowie auf Schlauchmaterialien. International Media Products zeigt Thermotransferlösungen zur Codierung flexibler Verpackungen.

Etikettentechnik als Ausgangspunkt der Diversifizierung

Die Ausstellerbeispiele zeigen, dass die Erweiterung von Labelexpo zu LOUPE nicht nur eine neue Bezeichnung darstellt. Sie folgt der zunehmenden Annäherung von Etikettenproduktion und Verpackungsverarbeitung. Druckereien nutzen Digital-, Flexo- und Hybridtechnik inzwischen über klassische Selbstklebeetiketten hinaus und ergänzen ihr Angebot um Schrumpffolien, Pouches und andere flexible Formate.

LOUPE bildet diese Entwicklung ab, ohne ihren technologischen Ursprung aufzugeben. Im Mittelpunkt steht nicht der gesamte Verpackungsdruck, sondern ein klar eingegrenzter Bereich: schmal- und mittelbahnige, Rolle-zu-Rolle organisierte Produktionsprozesse für kurze Auflagen, viele Varianten und hochwertige Anwendungen.

Gerade darin unterscheidet sich die neue LOUPE sowohl von der früher stärker auf Etiketten konzentrierten Labelexpo als auch von breit aufgestellten Druck- und Verpackungsmessen. Die Veranstaltung erweitert ihren Blick – Ausgangspunkt bleiben jedoch die Maschinenkonzepte, Prozessketten und Kompetenzen der Etikettenindustrie.