Berry-Übernahme prägt Amcors Geschäftsjahr

Umsatz wächst stark, Absatzmengen bleiben rückläufig

Amcor hat im ersten vollständigen Geschäftsjahr nach der Übernahme von Berry Global den Umsatz um 57 Prozent auf 23,506 Mrd. US-Dollar gesteigert. Das Wachstum resultierte überwiegend aus den übernommenen Aktivitäten. Organisch ging der Umsatz um 2 Prozent zurück.

Das bereinigte EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erhöhte sich im Geschäftsjahr 2026 von 2,186 auf 3,673 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EBIT stieg von 1,723 auf 2,813 Mrd. US-Dollar. Die entsprechende EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern)-Marge verbesserte sich von 11,5 auf 12,0 Prozent.

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Von den 57 Prozent Umsatzwachstum entfielen nach Angaben des Unternehmens 52 Prozentpunkte beziehungsweise rund 7,9 Mrd. US-Dollar auf übernommene Geschäfte abzüglich veräußerter Aktivitäten. Wechselkurse trugen fünf Prozentpunkte und die Weitergabe veränderter Rohstoffkosten zwei Prozentpunkte bei. Die Absatzmengen gingen im Gesamtjahr um rund 2 Prozent zurück.

Flexible Verpackungen mit stabiler Marge

Das Segment Global Flexible Packaging Solutions erzielte einen Umsatz von 12,829 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EBIT erreichte 1,789 Mrd. US-Dollar. Die Marge blieb mit 13,9 Prozent unverändert. Organisch stagnierte der Umsatz: Das Absatzvolumen sank um ein Prozent, während Preis- und Mixeffekte einen positiven Beitrag von einem Prozent leisteten.

Im vierten Quartal lagen die Mengen bei flexiblen Verpackungen nach Schätzung von Amcor rund ein Prozent über dem zusammengerechneten Vorjahresniveau der früheren Amcor- und Berry-Geschäfte. Zuwächse verzeichnete das Unternehmen bei Verpackungen für Tiernahrung und Proteinprodukte. Im Healthcare-Bereich gingen die Mengen zurück. Regional entwickelte sich Nordamerika positiv; in den Schwellenländern wurde das Wachstum vor allem von Asien getragen.

Bei Global Rigid Packaging Solutions („Starre Verpackungen“) erhöhte sich der Umsatz auf 10,677 Mrd. US-Dollar. Der Anstieg um 116 Prozent war nahezu vollständig auf die übernommenen Berry-Aktivitäten zurückzuführen. Organisch sank der Umsatz um 4 Prozent. Das Volumen ging um drei Prozent zurück.

Das bereinigte EBIT des Segments stieg auf 1,176 Mrd. US-Dollar. Die Marge verbesserte sich von 8,8 auf 11,0 Prozent. Amcor führt dies insbesondere auf Synergieeffekte und Kostenmaßnahmen zurück. Im vierten Quartal legten die Mengen außerhalb der nicht zum Kerngeschäft gerechneten Aktivitäten um rund 0,5 Prozent zu. Foodservice sowie Beauty und Wellness entwickelten sich positiv, während die Mengen bei Verpackungen für flüssige Produkte zurückgingen.

Höhere Rohstoffkosten weitergegeben

Die Weitergabe gestiegener Rohstoffkosten erhöhte den Konzernumsatz im vierten Quartal um rund 280 Mio. US-Dollar. Davon entfielen etwa 190 Mio. US-Dollar auf flexible und 90 Mio. US-Dollar auf starre Verpackungen.

Vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts hielt Amcor mehr Material zu höheren Kosten auf Lager als ursprünglich geplant, um die Lieferfähigkeit abzusichern. Dies belastete das Working Capital. Der Free Cashflow erreichte 1,303 Mrd. US-Dollar und blieb damit unter den zuvor veröffentlichten Erwartungen. Darin enthalten waren rund 290 Mio. US-Dollar für Transaktion, Restrukturierung und Integration.

Synergieziel übertroffen

Amcor realisierte im Geschäftsjahr Synergieeffekte von rund 285 Mio. US-Dollar. Das ursprüngliche Ziel hatte bei 260 Mio. US-Dollar gelegen. Rund 240 Mio. US-Dollar entfielen auf Verwaltung, Beschaffung, Wachstum und weitere operative Maßnahmen. Hinzu kamen finanzielle Effekte von etwa 45 Mio. US-Dollar.

Bis zum 30. Juni 2028 hält das Unternehmen an einem Synergieziel von insgesamt 650 Mio. US-Dollar fest. Zudem berichtet Amcor von übernahmebedingten Neuaufträgen mit einem annualisierten Umsatz von rund 140 Mio. US-Dollar. Eine Aufschlüsselung nach Verpackungsformaten, Druckverfahren oder Produktionsstandorten wurde nicht veröffentlicht.

Für die Übergangsperiode vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026 erwartet Amcor ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 1,80 und 1,90 US-Dollar. Der Verschuldungsgrad soll zum Jahresende zwischen dem 3,5- und 3,6-Fachen des bereinigten EBITDA liegen.

(Quellen: Amcor-Ergebnisbericht und Amcor-Präsentation zum Geschäftsjahr 2026.)