Saphira PLP Rasterwalzen für einen reproduzierbaren Lackauftrag
von Ansgar Wessendorf,
Saphira PLP Rasterwalze mit Perfect-Screen-Gravur für einen gleichmäßigen Lackauftrag
(Quelle: Heidelberger Druckmaschinen)
Wie gleichmäßig eine Verpackung lackiert wird, hängt wesentlich von der Dosierung im Lackierwerk ab. Mit den Saphira PLP Rasterwalzen setzt Heidelberg auf ein patentiertes Lasergravurverfahren, das die Oberflächenstruktur präzise ausbilden und Schwankungen im Lackauftrag begrenzen soll. Neben Standardgravuren stehen Varianten für große Lackmengen und besonders glatte Lackoberflächen zur Verfügung.
Unterschiedliche Glanzwerte, Streifen in Mattlacken oder eine ungleichmäßige Trocknung können die Qualität lackierter Druckprodukte beeinträchtigen und die Produktionsgeschwindigkeit begrenzen. Eine wichtige Stellgröße ist dabei die Rasterwalze: Ihre Oberflächenstruktur bestimmt das Schöpfvolumen und beeinflusst damit die Dosierung des Lacks. Für reproduzierbare Ergebnisse müssen Gravur und Lackübertragung über die Arbeitsbreite möglichst gleichmäßig sein. Heidelberg hat die Saphira PLP Rasterwalzen für Anwendungen im Akzidenz-, Verpackungs- und Etikettendruck mit wasserbasierten und UV-Lacken ausgelegt. Zum Einsatz kommen die Rasterwalzen in den Lackierwerken der Speedmaster-Bogenoffsetmaschinen sowie zur Farbdosierung in den Anicolor-Farbwerken von Heidelberg.
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Die Fertigung basiert auf dem patentierten Pulsed Laser Process, kurz PLP. Heidelberg übernimmt die Herstellung vom Rohling über die Beschichtung bis zur abschließenden Qualitätsprüfung im eigenen Werk. Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht der automatisierte Prozess eine maßhaltige Gravur und eine durchgängige Rückverfolgbarkeit der Walzen.
Technisch relevant ist dabei die thermische Beanspruchung während der Gravur. Wie Produktmanager Jürgen Link in einem Heidelberg-Fachinterview erläutert, verringert das PLP-Verfahren die Wärmebelastung und wirkt dadurch dem Ausbrechen der Stege zwischen Näpfchen oder Haschuren entgegen. Die präzise Ausbildung dieser Strukturen soll ein gleichmäßiges Schöpfvolumen sicherstellen. Der Hersteller verbindet damit einen homogeneren Lackauftrag sowie weniger Nebel- und Tropfenbildung.
Auch die Oberflächenrauigkeit spielt im Betrieb eine Rolle. Heidelberg zufolge wurde sie so optimiert, dass der Verschleiß der Rakelmesser und der Metalleintrag in den Lack sinken. Ein gleichmäßiger Auftrag soll zudem Glanzunterschiede und Streifenbildung bei Mattlacken reduzieren. Das Anwendungsspektrum reicht von der Vollflächenlackierung über Strukturlacke bis zur Spotlackierung. Für anspruchsvolle Anwendungen wie In-Mold-Etiketten sind Sonderanfertigungen möglich.
Zum Gravurportfolio gehören Hexagon, Helical, High Volume und Perfect Screen. High Volume ist für besonders große Lackmengen konzipiert und richtet sich unter anderem an den Verpackungsdruck sowie an Effektlackierungen. Perfect Screen zielt dagegen auf einen gleichmäßigen Auftrag und eine glattere Lackoberfläche. Laut Heidelberg lässt sich gegenüber Standardgravuren entweder der Glanz bei gleicher Lackmenge steigern oder der Lackverbrauch bei gleichbleibendem Glanzniveau reduzieren. Die Struktur soll außerdem die Verarbeitung von Lacken erleichtern, die zur Schaumbildung neigen. Der Nutzen hängt damit von der jeweiligen Anwendung ab.
Die Rasterwalzen sind Teil eines Systems mit Saphira-Lacken, Lackplatten und Lacktüchern. Für die Auswahl zählt folglich das Zusammenspiel der Komponenten. Um unterschiedliche Gravuren und Lackmengen unter Produktionsbedingungen zu vergleichen, bietet Heidelberg ein Leihwalzenprogramm an. Es umfasst Voll- und Bänderwalzen in gängigen Größen. Mit Bänderwalzen lassen sich verschiedene Lackmengen innerhalb eines Druckdurchgangs testen und unmittelbar vergleichen.
Geliefert werden die Walzen fertig montiert mit neuen Lagern, Schutzverpackung, Holzkiste und Schutzhülle. Ein Walzenpass als Magnetschild sowie ein Prüfprotokoll ergänzen den Lieferumfang. Für Verpackungsdruckereien verbindet das Angebot damit eine dokumentierte Fertigung mit der Möglichkeit, die passende Lackdosierung im eigenen Prozess zu ermitteln. Ob sich die vom Hersteller beschriebenen Vorteile bei Glanz, Verbrauch und Prozessstabilität im jeweiligen Betrieb einstellen, lässt sich anhand dieser Versuche beurteilen.