Für Investitionen in Druck- und Weiterverarbeitungsanlagen bietet W&H verschiedene Finanzierungsmodelle an. Dazu zählen Lieferantenkredite, Leasing und ECA-gedeckte Käuferdarlehen
(Quelle: W&H)
Politische Unsicherheit, Kostendruck und strengere Kreditvergabekriterien erschweren Investitionen in Maschinen und Anlagen. Für Verpackungsdrucker und Weiterverarbeiter stellt sich damit neben der technischen auch die finanzielle Frage. W&H bietet mit Lieferantenkrediten, Leasing und exportkreditgedeckten Käuferdarlehen mögliche Alternativen zur alleinigen Finanzierung über die Hausbank.
Eine neue Druckmaschine oder Weiterverarbeitungsanlage bindet Kapital über viele Jahre. Die Entscheidung verlangt deshalb verlässliche Annahmen über Auslastung, Kosten und Finanzierung. Genau diese Planung wird durch die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen erschwert. Der VDMA nennt geopolitische Spannungen, regulatorische Komplexität und die US-Zollpolitik als Ursachen für die Investitionszurückhaltung. Hinzu kämen gestiegene Standortkosten, unter anderem für Arbeit und Energie.
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Die Unsicherheit wirkt sich auch auf die Kreditvergabe aus. Nach der Bankenbefragung der Europäischen Zentralbank vom Juli 2026 verschärften Banken im Euroraum im zweiten Quartal ihre Kriterien für Unternehmenskredite. Ausschlaggebend waren vor allem eine höhere Einschätzung wirtschaftlicher Risiken und eine geringere Risikobereitschaft. Geopolitische Entwicklungen und Risiken im Energiebereich spielten dabei eine Rolle. Auch die vereinbarten Kreditkonditionen wurden restriktiver, hauptsächlich durch höhere Zinsen.
Für anstehende Investitionen im Verpackungsdruck rückt damit die Finanzierungsstruktur stärker in den Mittelpunkt: Wie lässt sich die Anschaffung einer Anlage finanzieren, ohne den Spielraum für das laufende Geschäft zu stark einzuschränken? Und welche Möglichkeiten bestehen neben dem klassischen Investitionskredit der Hausbank?
Maschinenangebot und Finanzierung verbinden
W&H verbindet sein Maschinenangebot mit projektbezogenen Finanzierungslösungen. Dazu gehören kurzfristige Zahlungsvereinbarungen, mittelfristige Lieferantenkredite und Leasingmodelle sowie mittel- und langfristige Käuferdarlehen. Sie sollen zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten erschließen und nach Angaben des Unternehmens bestehende Kreditlinien schonen.
Für die Umsetzung arbeitet W&H eigenen Angaben zufolge mit mehr als 50 internationalen Finanzinstituten zusammen. Das spezialisierte Team verfüge über bis zu 30 Jahre Erfahrung in der Exportfinanzierung. Hinzu kommen langjährige Partnerschaften mit Exportkreditagenturen, insbesondere in Deutschland.
Diese als ECA – Export Credit Agency – bezeichneten Institutionen fördern Exportgeschäfte im staatlichen Auftrag. Ihre Absicherung ist Bestandteil mehrerer W&H-Finanzierungsmodelle. Die Angebote sind damit teilweise ausdrücklich auf internationale Maschinenlieferungen ausgerichtet.
Zahlungsvereinbarungen und Lieferantenkredite
Für kurzfristige Finanzierungen kooperiert W&H mit internationalen Kreditversicherungsgesellschaften. Auf dieser Grundlage sollen Zahlungsbedingungen vereinbart werden können, die bestehende Kreditlimits des Kunden schonen. Zusätzliche Sicherheiten seien nach Unternehmensangaben in der Regel nicht erforderlich.
Für mittelfristige Finanzierungen bietet W&H einen ECA-gedeckten Lieferantenkredit an. Dabei gewährt der Maschinenhersteller dem Kunden direkt einen Kredit und nutzt ECA-Bürgschaften sowie staatliche Programme zur Exportförderung.
Dieses Modell wird laut W&H weltweit angeboten und richtet sich unter anderem an kleine und mittlere Unternehmen. Es ermöglicht eine Finanzierung in Euro, deren Konditionen der Anbieter als günstig bezeichnet. Auch hier sollen bestehende Kreditlimits geschont werden. Der Lieferantenkredit eröffnet damit einen weiteren Finanzierungsweg unmittelbar über den Maschinenanbieter.
Leasing in Euro oder Landeswährung
Eine weitere Option ist die Zusammenarbeit mit internationalen Leasinggesellschaften. W&H bietet auf diesem Weg mittelfristige Finanzierungslösungen in Euro oder in der jeweiligen Landeswährung an.
Welche Leasing- und Finanzierungsstruktur eingesetzt werden kann, hängt vom rechtlichen Umfeld ab. Nach Angaben von W&H seien die angebotenen Modelle mit den meisten Förderprogrammen vereinbar. Ob und wie sich eine Förderung einbinden lässt, ist somit für das konkrete Investitionsprojekt zu klären.
Leasing ergänzt das Angebot insbesondere um die Möglichkeit, eine spezialisierte Finanzierungsgesellschaft einzubeziehen. Neben der Laufzeit wird dabei auch die Wahl der Finanzierungswährung zum Bestandteil der Projektgestaltung.
Käuferdarlehen für größere Investitionen
Für Projekte ab fünf Millionen Euro bietet W&H ECA-gedeckte Käuferdarlehen an. Sie werden in Zusammenarbeit mit internationalen Finanzinstituten und unter Nutzung von ECA-Bürgschaften umgesetzt. Vorgesehen sind mittel- und langfristige Finanzierungen.
Ein wesentliches Merkmal betrifft den Zahlungsplan: Nach Angaben von W&H beginnt die Rückzahlung erst nach der Inbetriebnahme der Anlage. Damit fällt der Rückzahlungsbeginn in die Phase, in der die Maschine für die Produktion zur Verfügung steht. Zudem sollen bestehende Kreditlimits des Kunden geschont werden.
Die W&H-Modelle setzen somit an unterschiedlichen Punkten der Investitionsfinanzierung an: Sie beziehen zusätzliche Finanzierungspartner ein, nutzen Absicherungen für Exportgeschäfte oder passen den Rückzahlungsbeginn an die Inbetriebnahme an. Für Verpackungsdrucker und Weiterverarbeiter können sie eine Alternative oder Ergänzung zum Hausbankkredit darstellen. Welche Variante für eine konkrete Anschaffung geeignet ist, hängt vom Projektvolumen, dem Standort und den individuell vereinbarten Konditionen ab.