Von links: Jacky Hoarau, Regional Sales Manager bei Follmann, und André Altevogt, Sales Director Packaging Solutions bei Follmann, freuen sich über die Mitgliedschaft in der FIA UK
(Quelle: Follmann)
Der Druckfarbenhersteller Follmann ist der Flexographic Industry Association UK (FIA UK) als Diamond Partner beigetreten. Über die Partnerschaft will das Unternehmen den Austausch mit britischen Herstellern flexibler Verpackungen intensivieren. Im Mittelpunkt stehen wasserbasierte Druckfarbensysteme.
Follmann GmbH & Co. KG baut seine Aktivitäten auf dem britischen Markt für flexible Verpackungen aus. Als Diamond Partner der Flexographic Industry Association UK will das Unternehmen enger mit Verarbeitern zusammenarbeiten, die sich mit veränderten Verpackungsvorschriften, Nachhaltigkeitsanforderungen und Schwankungen in den Rohstofflieferketten auseinandersetzen.
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Follmann entwickelt am Hauptsitz in Minden wasserbasierte Druckfarben, Beschichtungen und Klebstoffe für Verpackungsanwendungen. Das Familienunternehmen beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit Mitte der 1990er-Jahre gezielt mit wasserbasierten Systemen und verfügt in diesem Bereich über mehr als 40 Jahre Erfahrung. Gemeinsam mit Herstellern flexibler Verpackungen untersucht Follmann den Einsatz wasserbasierter Polyurethan-Druckfarben für unterschiedliche Anwendungen.
Alternativen zu lösemittelbasierten Systemen
Hersteller flexibler Verpackungen stehen unter anderem vor der Aufgabe, VOC-Emissionen zu reduzieren, die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zu verbessern und Alternativen zu nitrocellulosehaltigen sowie konventionellen lösemittelbasierten Druckfarbensystemen zu prüfen.
„Die britische Verpackungs- und Druckindustrie befindet sich in einer Phase tiefgreifender technologischer Veränderungen. Der Beitritt zur FIA UK als Diamond Partner ist ein wichtiger Schritt für unser Engagement in der Flexodruckbranche und stärkt unsere Möglichkeiten, mit Verpackungsherstellern in Großbritannien in Kontakt zu treten“, sagt Jacky Hoarau, Regional Sales Manager bei Follmann.
Im Rahmen der Partnerschaft wolle das Unternehmen mit britischen Verpackungsherstellern und weiteren Akteuren der Lieferkette zusammenarbeiten, technisches Wissen vermitteln und Betriebe bei der Umstellung auf wasserbasierte Lösungen unterstützen.
Druckversuche mit recyclingfähigen Strukturen
An die FIA-Partnerschaft knüpft Follmann auch die Ergebnisse des „Next Generation Sustainable Flexo Symposium“ an. Die Veranstaltung fand im Mai in Minden und Herford statt und brachte mehr als 120 Fachleute zusammen. Thematisiert wurden recyclingfähige Verpackungen, Produktionseffizienz und aktuelle Entwicklungen im Flexodruck.
Bei einer Maschinenvorführung bei der Allstein GmbH kamen Follmann-Druckfarben auf mehreren recyclingfähigen und monomateriellen flexiblen Verpackungsstrukturen zum Einsatz. Bedruckt wurden auch Folien mit einem hohen Rezyklatanteil. Mit automatisierter Maschinentechnik wurden innerhalb von zwei Stunden fünf Druckaufträge produziert.
Nach Angaben von Follmann zeigten die Versuche, dass moderne wasserbasierte PU-Druckfarben die Anforderungen flexibler Verpackungsanwendungen an Druckqualität, Haftung, Flexibilität und Produktionseffizienz erfüllen können. Zugleich könnten sie dazu beitragen, VOC-Emissionen zu senken und Recyclingziele zu unterstützen.
Direkter Wechsel auf wasserbasierte Farben
„Viele Verarbeiter prüfen derzeit Alternativen zu Nitrocellulose. Aus unserer Sicht sollte sich die Diskussion jedoch nicht darauf beschränken, ein lösemittelbasiertes System durch ein anderes zu ersetzen“, erklärt André Altevogt, Sales Director Packaging Solutions bei Follmann.
Leistungsfähige wasserbasierte PU-Druckfarben seien für zahlreiche Anwendungen im Bereich flexibler Verpackungen bereits kommerziell einsetzbar. Ein direkter Wechsel von NC-Systemen auf wasserbasierte Druckfarben könne nach Einschätzung des Unternehmens sowohl die Anforderungen an den Druckprozess berücksichtigen als auch auf künftige regulatorische und nachhaltigkeitsbezogene Vorgaben vorbereiten.
Über die FIA-UK-Partnerschaft will sich Follmann künftig an technischen Diskussionen zur Entwicklung flexibler Verpackungen beteiligen und die Zusammenarbeit innerhalb der britischen Lieferkette ausbauen. Investitionen in die Produktion sowie in das Technologie- und Wissenszentrum in Minden sollen die Bereitstellung produktionsreifer Druckfarbensysteme und die anwendungstechnische Unterstützung britischer und europäischer Verarbeiter absichern.