Verpackungsbeschichtungen erreichen 15,4 Milliarden Dollar

Barriere- und wasserbasierte Systeme treiben Marktentwicklung

Verpackungsbeschichtungen erreichen 15,4 Milliarden Dollar
Regulatorische Vorgaben und neue Recyclinganforderungen treiben die Entwicklung wasserbasierter und kreislauffähiger Verpackungsbeschichtungen voran (Quelle: Smithers)

Der weltweite Markt für Verpackungsbeschichtungen erreicht 2026 nach Berechnungen von Smithers einen Wert von knapp 15,4 Milliarden US-Dollar. Bis 2031 sollen insbesondere wasserbasierte Beschichtungen und spezialisierte Vakuumbeschichtungsverfahren wachsen. Regulatorische Anforderungen erhöhen zugleich den Entwicklungsdruck.

Barrierebeschichtungen bilden das größte Segment des weltweiten Marktes für Verpackungsbeschichtungen. Im Jahr 2025 entfiel auf sie laut der Smithers-Studie „The Future of Packaging Coatings to 2031“ eine Nachfrage von 4,4 Millionen Tonnen im Wert von 9,97 Milliarden US-Dollar.

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Nach Volumen dominieren derzeit Extrusionsbeschichtungen mit einem Marktanteil von 33,4 Prozent. Mehr als 63,5 Prozent dieser Nachfrage entfallen auf Polyolefine. Für die kommenden fünf Jahre erwartet Smithers das stärkste Mengenwachstum jedoch bei wasserbasierten Beschichtungen und speziellen Verfahren der Vakuumbeschichtung.

PPWR verändert die Materialauswahl

Die europäische Verpackungsverordnung PPWR und die EU-Richtlinie über Einwegkunststoffe verändern laut Smithers die Anforderungen an Verpackungsmaterialien. Europa dürfte deshalb bis 2031 zum größten Wachstumsmarkt für nachhaltigere Verpackungsbeschichtungen werden.

„Beschichtungen sind nicht länger nur eine funktionale Ergänzung von Verpackungen. Sie werden zunehmend zu der Technologie, die darüber entscheidet, ob ein Verpackungsformat die von Regulierungsbehörden und Verbrauchern geforderten Recycling- und Kreislaufanforderungen erfüllen kann“, erklärt Robert Outram, Smithers-Berater und Mitautor der Studie. „Viele herkömmliche Materialien stehen inzwischen unter Druck. Innovationen bei Beschichtungen spielen daher eine zentrale Rolle bei der Suche nach wirtschaftlich tragfähigen Alternativen.“

Lösemittelbasierte Systeme verlieren Marktanteile

Lösemittelbasierte Beschichtungen waren lange der Standard für anspruchsvolle Anwendungen, beispielsweise auf flexiblen Kunststofffolien und Aluminiumfolien. Seit 2023 geht ihre Verbreitung nach Angaben von Smithers jedoch schrittweise zurück. Dieser Trend soll sich weiter beschleunigen.

Bei Primern erreichten lösemittelbasierte Technologien 2025 noch einen Mengenanteil von 51,3 Prozent. Wasserbasierte Systeme kamen auf 44,6 Prozent. Strahlenhärtende Technologien stellen zwar weiterhin ein kleineres Segment dar, weisen laut Studie aber die höchste Wachstumsrate innerhalb der Primer-Kategorien auf.

Der Wechsel ist mit technischen Herausforderungen verbunden. Wasserbasierte Systeme erreichen auf Kunststoffsubstraten noch nicht bei allen Anwendungen die Leistung etablierter lösemittelbasierter Produkte. Dies betrifft insbesondere die Haftung und die Trocknungsgeschwindigkeit. Auch wasserbasierte und UV-härtende Primer müssten den bestehenden Leistungsabstand weiter verringern.

Lebensmittel und Getränke bestimmen die Nachfrage

Lebensmittelverpackungen waren 2025 mit 2,74 Millionen Tonnen der größte Anwendungsbereich für Verpackungsbeschichtungen. Das entspricht 39,4 Prozent des weltweiten Marktvolumens und einem Wert von 5,89 Milliarden US-Dollar. Besonders hohe Wachstumsimpulse erwartet Smithers bei Verpackungen für herzhafte Snacks und Süßwaren.

Auf Getränkeverpackungen entfielen weitere 30,8 Prozent der mengenmäßigen Nachfrage. Ihr Marktwert lag bei 4,55 Milliarden US-Dollar.

Pharma- und Gesundheitsverpackungen erreichten 2025 dagegen lediglich einen Volumenanteil von 4,5 Prozent. Bis 2031 soll dieses Segment jedoch am stärksten wachsen. Als Gründe nennt Smithers die hohen technischen Anforderungen sowie den bislang langsamen, inzwischen aber zunehmenden Wechsel zu nachhaltigeren Verpackungslösungen im Pharmabereich.

Beschichtungen für faserbasierte Verpackungen

Der Wechsel großer Fast-Food-Ketten von Kunststoff zu papierfaserbasierten Foodservice-Verpackungen schafft zusätzliche Nachfrage nach Papierbeschichtungen. Diese müssen Beständigkeit gegenüber Fett, Feuchtigkeit und Wärme ermöglichen, ohne Fluorcarbonchemikalien einzusetzen.

Als eine mögliche Lösung für großvolumige Becheranwendungen nennt Smithers wasserbasierte Acryl-Barrierebeschichtungen. Diese könnten mit den Auflöse- und Faseraufbereitungsprozessen des Papierrecyclings kompatibel sein.

Asien-Pazifik bleibt größter Verbrauchsmarkt

Die Region Asien-Pazifik bleibt der größte Markt für Verpackungsbeschichtungen. Smithers führt dies unter anderem auf das Bevölkerungswachstum, die Urbanisierung, steigende verfügbare Einkommen und die wachsende Nachfrage nach verpackten Lebensmitteln und Getränken zurück.

Die höchsten Wachstumsraten im Prognosezeitraum bis 2031 erwartet das Marktforschungsunternehmen jedoch in Südamerika sowie im Nahen Osten und in Afrika. Dort entwickeln sich sowohl die Verpackungsinfrastruktur als auch die Konsumgütermärkte weiter.

Über die Smithers-Studie

Für die Studie führte Smithers nach eigenen Angaben mehr als 60 ausführliche Interviews entlang der Wertschöpfungskette. Die Marktdaten werden nach Verpackungs- und Polymertyp, Beschichtungstechnologie, Beschichtungsart, Anwendung und Region aufgeschlüsselt. Angegeben werden Mengen, Marktwerte und beschichtete Flächen. Der Bericht umfasst mehr als 100 Tabellen und Abbildungen auf 340 Präsentationsseiten und kostet 16.500 US-Dollar beziehungsweise 14.000 Euro.

Über Smithers

Mit mehr als 100 Jahren technischer und wissenschaftlicher Expertise ist Smithers ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Marktforschung für die Druckindustrie. Smithers liefert fundierte Daten und fachkundige Analysen, die Unternehmen benötigen, um sich in diesem sich schnell wandelnden Marktumfeld erfolgreich zu positionieren und zu orientieren.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Rachel Parkinson unter rparkinson@smithers.com.