Gascogne Flexible Germany investiert in präzise LF-Kaschierung
von Ansgar Wessendorf,
Besiegeln den Start des Investitionsprojekts in Linnich: Andreas Kurth von Gascogne Flexible Germany, Michele Pastore von Megapak und Riccardo Agosti von Nordmeccanica
(Quelle: megapak)
Gascogne Flexible Germany erweitert den Maschinenpark am Standort Linnich um eine lösemittelfreie Kaschiermaschine des Typs Super Simplex SL von Nordmeccanica. Ein wesentlicher Bestandteil der Anlagenkonfiguration ist das Coating Weight Management zur kontinuierlichen Überwachung und Regelung des Klebstoffauftrags.
Die Gascogne Flexible Germany GmbH hat sich für eine neue Super Simplex SL des italienischen Maschinenherstellers Nordmeccanica entschieden. Die Anlage soll am Produktionsstandort in Linnich eingesetzt werden und dort die Kapazitäten für die lösemittelfreie Kaschierung ergänzen.
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Den offiziellen Start des Projekts markierte ein Treffen der beteiligten Unternehmen. Gascogne Flexible Germany wurde dabei durch Produktionsleiter Andreas Kurth vertreten. Für die Megapak GmbH nahm Vertriebsleiter Michele Pastore teil, für Nordmeccanica Sales Manager Riccardo Agosti. Megapak begleitet das Vorhaben als deutsche Vertriebsvertretung von Nordmeccanica und übernimmt die Schnittstellenfunktion zwischen Anwender und Maschinenhersteller.
Kaschierung zweilagiger Verbunde
Die Super Simplex SL ist für die Herstellung zweilagiger Materialverbunde mit lösemittelfreien Klebstoffsystemen ausgelegt. Nordmeccanica bietet das Modell in verschiedenen Arbeitsbreiten an. Die mechanische Höchstgeschwindigkeit beträgt nach Herstellerangaben bis zu 450 m/min.
Bei der lösemittelfreien Kaschierung werden zwei bahnförmige Materialien mithilfe eines reaktiven Klebstoffsystems miteinander verbunden. Da keine organischen Lösemittel verdampft und über eine Trocknung abgeführt werden müssen, ermöglicht das Verfahren einen kompakten Maschinenaufbau. Gleichzeitig stellen Dosierung, Mischungsverhältnis und Gleichmäßigkeit des Klebstoffauftrags hohe Anforderungen an die Prozessführung.
Das Auftragsgewicht gehört dabei zu den entscheidenden Qualitätsparametern. Ein zu geringer Klebstoffauftrag kann die Verbundhaftung beeinträchtigen. Ein unnötig hoher Auftrag erhöht dagegen den Materialverbrauch und kann die Aushärtung sowie nachfolgende Verarbeitungsschritte beeinflussen.
Kontinuierliche Messung des Auftragsgewichts
Ein ausschlaggebendes Kriterium bei der Investitionsentscheidung war nach Angaben der Projektpartner das Coating Weight Management von Nordmeccanica. Das gemeinsam mit Nordson entwickelte System dient zur kontinuierlichen Messung und Kontrolle des Beschichtungs- beziehungsweise Klebstoffgewichts während der laufenden Produktion.
Ein Scanner bewegt sich quer über die Materialbahn und erfasst das Auftragsprofil. Die Messdaten werden in der Maschinensteuerung verarbeitet und dem Bedienpersonal angezeigt. Darüber hinaus kann das System in einen geschlossenen Regelkreis eingebunden werden. Bei Abweichungen vom vorgegebenen Sollwert können die Messwerte an die Auftragseinheit zurückgeführt und für eine Anpassung des Prozesses genutzt werden.
Im Unterschied zu einer ausschließlich stichprobenartigen Kontrolle stellt die Inline-Messung fortlaufend Informationen über das Auftragsgewicht zur Verfügung. Dadurch können Abweichungen über die Bahnbreite oder Veränderungen während eines längeren Produktionslaufs frühzeitig erkannt werden.
Die Projektpartner verbinden mit der Technologie eine höhere Prozessstabilität, eine verbesserte Reproduzierbarkeit und einen kontrollierteren Einsatz des Kaschierklebstoffs sowie Materialeinsparungen und Produktivitätssteigerungen.
Drei Partner mit unterschiedlichen Aufgaben
Gascogne Flexible Germany entwickelt und produziert am Standort Linnich flexible Verpackungs- und Verbundmaterialien auf Basis von Papier, Kunststofffolien und weiteren bahnförmigen Substraten. Zum technischen Spektrum gehören unter anderem Tiefdruck, Beschichtung sowie verschiedene Kaschierverfahren. Das Unternehmen ist Teil der französischen Gascogne-Gruppe.
Die Megapak GmbH mit Sitz in Hilden ist auf den Vertrieb und die Projektierung von Maschinen für die Converting-Industrie spezialisiert. Das Portfolio umfasst unter anderem Kaschier- und Beschichtungsanlagen, Rollenschneider sowie Systeme für das Rollenhandling. Im aktuellen Projekt koordiniert Megapak die Zusammenarbeit zwischen Gascogne Flexible Germany und Nordmeccanica.
Nordmeccanica mit Hauptsitz im italienischen Piacenza entwickelt Maschinen für das Kaschieren, Beschichten und Metallisieren flexibler Materialien. Das Produktprogramm reicht von kompakten Anlagen für zweilagige Verbunde bis zu Maschinen für kombinierte Beschichtungs- und Mehrschichtprozesse.
Investition in eine datenbasierte Prozessführung
Mit der Super Simplex SL investiert Gascogne Flexible Germany nicht allein in zusätzliche oder modernisierte Kaschierkapazitäten. Durch die Einbindung des Coating Weight Managements wird eine zentrale Prozessgröße während der laufenden Produktion messtechnisch erfasst und in die Maschinensteuerung integriert.
Die Investition steht damit für eine Entwicklung, die im Converting zunehmend an Bedeutung gewinnt: Neben Geschwindigkeit, Arbeitsbreite und mechanischer Ausstattung werden auch die Möglichkeiten zur Inline-Messung, Dokumentation und Regelung qualitätsrelevanter Prozessparameter zu wichtigen Kriterien bei der Auswahl neuer Anlagen.