Nach der Schließung von De Vries in Sneek wird der gesamte Maschinenpark des Faltschachtelherstellers verkauft
(Quelle: De Vries)
Der niederländische Faltschachtelhersteller Koninklijke Drukkerij De Vries hat die Produktion eingestellt. Nachdem sich kein Käufer für das Unternehmen fand, übernimmt Allaoui Graphic Machinery die Verwertung des Maschinenparks.
De Vries aus Sneek blickt auf eine 152-jährige Geschichte zurück. Das 1874 als Druckerei gegründete Unternehmen entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem Hersteller von Faltschachteln für nationale und internationale Marken. Im Jahr 2016 erhielt De Vries das niederländische Königsprädikat.
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Noch 2021 investierte das Unternehmen in eine Siebenfarben-Offsetdruckmaschine vom Typ Koenig & Bauer Rapida mit Doppellackwerk. Investitionen in die End-of-Line-Automatisierung folgten 2024. Ende desselben Jahres geriet De Vries jedoch in die Verlustzone. Der Umsatz sank von 28,3 Mio. Euro im Jahr 2023 auf 24,3 Mio. Euro im Jahr 2025. Für 2025 wird ein Verlust von 3,1 Mio. Euro ausgewiesen.
Reorganisation belastete das Geschäft
Nach Angaben des Mehrheitsgesellschafters FB Oranjewoud Participaties, der 2018 die Kontrolle über das Unternehmen übernommen hatte, führte eine Reorganisation im Jahr 2025 zu Problemen bei Qualität und Lieferzeiten. Kunden hätten daraufhin Aufträge an andere Anbieter vergeben. Obwohl die betrieblichen Probleme behoben worden seien, habe sich der Umsatz nicht erholt.
Am 15. Juni 2026 beantragte De Vries die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Einen Tag später wurde das Unternehmen für insolvent erklärt. Insolvenzverwalter Christian Geffroy von Dommerholt Advocaten führte den Betrieb bis zum 31. Juli weiter. Auf diese Weise sollten offene Aufträge ausgeliefert und die Voraussetzungen für eine mögliche Übernahme erhalten werden.
Verhandlungen mit mehreren Interessenten führten jedoch nicht zu einer Einigung. Das Werk wurde daraufhin geschlossen, die 98 Beschäftigten verloren ihre Arbeitsplätze.
„Es wurden intensive Anstrengungen unternommen, eine Fortführung zu ermöglichen, und es ist bedauerlich, dass dies nicht gelungen ist“, erklärte Geffroy. Nachdem eine Fortführung nicht mehr möglich gewesen sei, habe die zügige Verwertung der Anlagen im Interesse der Gläubiger im Vordergrund gestanden. Allaoui habe kurzfristig ein wettbewerbsfähiges Angebot für die gesamten Anlagen vorgelegt.
Maschinenpark wird vermarktet
Allaoui Graphic Machinery hat den Maschinenpark übernommen und bietet die Anlagen nun zum Verkauf an. Dazu gehören laut Anbieter eine Koenig & Bauer Rapida 106 aus dem Jahr 2021, eine Faltschachtelklebemaschine Bobst Expertfold 110 A2 und eine Flachbettstanze Bobst Visioncut 106 LER. Hinzu kommen weitere Stanzautomaten und Faltschachtelklebemaschinen.
Interessenten können sich unter www.allaoui.com/presale26 registrieren und dort die vollständige Anlagenliste einsehen.