Auftragsdaten und Prozessparameter direkt aus dem ERP/MIS an die Druckmaschine zu übertragen, entlastet das Bedienpersonal und reduziert Fehlerquellen. Leeb nutzt dafür RUBY Connect 4 Flow von Windmöller & Hölscher. Die Anbindung der Miraflex II an Theurers C3 soll den Produktionsstart beschleunigen und die Prozesssicherheit erhöhen.
Auftragsname, Auftrags-ID, Auftragslänge, Bahnspannung und Trocknungstemperatur: Was im ERP-System bereits hinterlegt ist, wird an der Druckmaschine häufig ein zweites Mal von Hand eingegeben. Dieser zusätzliche Arbeitsschritt kostet Zeit, bindet Personal und birgt das Risiko von Übertragungsfehlern. Der Verpackungshersteller Leeb hat die Auftragsvorbereitung deshalb digitalisiert. RUBY Connect 4 Flow verbindet das ERP/MIS C3 von Theurer mit der Miraflex II und ermöglicht eine durchgängige Übermittlung der auftragsbezogenen Daten.
Die Leeb GmbH & Co. KG in Memmingen fertigt seit fast 100 Jahren Verbundfolien für Lebensmittel und technische Anwendungen. Mit Windmöller & Hölscher arbeitet das Unternehmen seit mehr als 70 Jahren zusammen. Bei der Vernetzung verfolgen die Partner das Ziel, vorhandene Daten konsequenter zu nutzen und damit die Abläufe in der Produktion effizienter und zuverlässiger zu gestalten.
Die Daten gelangen direkt an die Maschine
Kevin Prinz, Projektteamleiter und stellvertretender Produktionsleiter bei Leeb, beschreibt die Umstellung: „Früher wurden alle relevanten Daten wie Auftragsname, Auftrags-ID und Auftragslänge sowie Prozessparameter wie Bahnspannungen und Trocknungstemperaturen manuell eingegeben. Heute werden die Daten in unserem ERP/MIS Theurer C3 automatisch aufbereitet und vollständig an die Miraflex II übertragen.“
Mit dem Wegfall manueller Eingaben sinke die Zahl der Eingabe-, Übertragungs- und Zuordnungsfehler, erläutert Prinz. Das erhöhe die Sicherheit beim Start eines neuen Auftrags und damit in einer Phase, die für Qualität und Produktivität entscheidend sei. „Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem guten und einem wirklich prozesssicheren Produktionsstart“, sagt er.
Standardisierte Vorgaben entlasten das Bedienpersonal
Im Produktionsalltag zeige sich der Nutzen vor allem in einer kürzeren Auftragsvorbereitung und einfacheren Arbeitsabläufen, berichtet Leeb. Das Bedienpersonal werde entlastet, weil zahlreiche manuelle Eingaben entfielen. „Mit RUBY Connect 4 Flow machen wir weniger Fehler, sparen Zeit und kommen deutlich schneller in die Produktion“, fasst Prinz die Erfahrungen zusammen.
„Mit RUBY Connect 4 Flow machen wir weniger Fehler, sparen Zeit und kommen deutlich schneller in die Produktion.“
(Kevin Prinz, Projektteamleiter und stellvertretender Produktionsleiter, Leeb GmbH & Co. KG)
Fehlende Werte lassen sich zudem anhand festgelegter Parameter automatisch vorbelegen. So kann das System beispielsweise die Bahnspannung aus dem Material und der Bahnbreite ableiten. Dadurch verringert sich der Eingabeaufwand weiter; zugleich stehen für den Produktionsstart definierte Einstellwerte zur Verfügung.
Davon profitieren nach Angaben des Unternehmens insbesondere neue oder weniger erfahrene Mitarbeitende. Sie können bei der Auftragsvorbereitung auf standardisierte Vorgaben zurückgreifen. Die digitale Datenübertragung erleichtert somit die Bedienung und unterstützt einheitliche Abläufe an der Maschine.
Drei Partner stimmen die Schnittstelle ab
Die Schnittstelle zwischen dem ERP/MIS und der Druckmaschine wurde in enger Zusammenarbeit von Leeb, Windmöller & Hölscher und Theurer eingeführt. Für Leeb war dabei neben dem technischen Know-how vor allem die unmittelbare Abstimmung zwischen den Beteiligten entscheidend.
Ryan Redle, IT-/ERP-Administrator bei Leeb, hebt die Zusammenarbeit hervor: „Direkte Ansprechpartner, technisches Verständnis, ein offener Dialog bei der Klärung von Problemen und kurze Kommunikationswege – genau das hat die Zusammenarbeit mit W&H und Theurer für uns wertvoll gemacht.“
Die Vernetzung wird ausgeweitet
Im nächsten Schritt soll RUBY Connect 4 Flow auch die Auftragsvorbereitung für die Alphaflex digitalisieren. Darüber hinaus sind erste Tests in Verbindung mit Easy Setup vorgesehen. Das Assistenzsystem dient dazu, Druckeinstellungen einfach und übersichtlich vorzunehmen.
Leeb plant, die Lösung auf weitere Maschinen und Anwendungen auszuweiten. Die Anbindung der Miraflex II ist damit Teil einer schrittweisen Vernetzung, mit der das Unternehmen seine Produktionsabläufe stärker standardisieren und deren Effizienz erhöhen will.
Leeb im Profil
Leeb beschäftigt am Standort Memmingen 170 Mitarbeitende. Zum Sortiment gehören Barriere- und Siegelfolien, Wiederverschlusssysteme sowie kundenspezifische Verpackungslösungen für Lebensmittel und technische Anwendungen. Dafür verarbeitet das Unternehmen Kunststoffe, Papiere, Aluminium und nachwachsende Rohstoffe.
(Der Beitrag basiert auf der bereitgestellten englischsprachigen W&H-Anwenderstory über Leeb und wurde für VerpackungsDruck & Converting übersetzt und redaktionell bearbeitet.)