Neue Maschine soll wachsende Variantenvielfalt bewältigen
Aniflex erweitert Hybridproduktion mit Mark Andy
von Ansgar Wessendorf,
Die Mark Andy Digital Series HD HighSpeed 1200 kombiniert UV-Inkjet- und Flexodruck mit Inline-Veredelung und Weiterverarbeitung bei Geschwindigkeiten von bis zu 146 m/min
(Quelle: Mark Andy)
Der polnische Etiketten- und Verpackungshersteller Aniflex hat seinen Maschinenpark um eine Mark Andy Digital Series HD HighSpeed 1200 erweitert. Die Hybridmaschine verbindet Flexodruck und UV-Inkjetdruck in einem Produktionsprozess. Aniflex will damit vor allem Aufträge mit zahlreichen Varianten flexibler abwickeln.
Das Unternehmen produziert Selbstklebeetiketten, Shrink Sleeves und flexible Verpackungen. Während sich die grundsätzlichen Anforderungen an die Gestaltung von Etiketten nach Einschätzung von Mitinhaber Maciej Wojtaszek kaum verändert haben, nimmt die Zahl der Produktvarianten zu. Markenartikler erwarteten weiterhin ein einheitliches Erscheinungsbild und einen hohen Wiedererkennungswert. Gleichzeitig müssten Druckereien immer mehr Geschmacks-, Funktions- und Sprachvarianten bearbeiten.
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„Ein Produkt kann in mehreren grafischen Versionen vorliegen, wobei jede Version zusätzlich in verschiedenen Sprachfassungen produziert wird. Dadurch steigt die Zahl der SKUs unmittelbar, und die Komplexität im gesamten Produktionsprozess nimmt zu“, sagt Wojtaszek.
Kurz- und Langauflagen parallel produzieren
Die wachsende Zahl an SKUs stellt nach Angaben von Aniflex höhere Anforderungen an Produktionsplanung und Auftragssteuerung. Dabei geht es nicht nur um kurze Auflagen. Der Verarbeiter muss zahlreiche Kurzauflagenvarianten parallel zu größeren Aufträgen produzieren und gleichzeitig Liefertermine sowie Qualitätsvorgaben einhalten.
Aniflex greift dabei auf seine bisherige Erfahrung im Digitaldruck zurück. Die neue Hybridmaschine soll insbesondere Jobwechsel beschleunigen, die Produktivität erhöhen und die parallele Bearbeitung mehrerer Projekte erleichtern. Das Unternehmen will damit steigende Auftragsvolumina bewältigen, ohne Abstriche bei der geforderten Qualität zu machen.
Entscheidend ist für Wojtaszek nicht allein das Ergebnis eines einzelnen Drucklaufs. Auch bei Wiederholaufträgen und wechselnden Chargen müssten Farbgebung, Druckqualität und Veredelung reproduzierbar bleiben. „Vorhersehbare Qualität ist wesentlich, weil sie Kundenvertrauen schafft, die Produktionsplanung unterstützt und langfristige Geschäftsbeziehungen stärkt. Die neue Mark Andy-Maschine spielt dabei für uns eine wichtige Rolle.“
Flexo und Inkjet in einer Plattform
Der Investitionsentscheidung gingen laut Aniflex Tests in Democentern und bei europäischen Druckereien voraus. Das Unternehmen verfügte bereits über Erfahrungen mit Flexodruckmaschinen von Mark Andy und mit Inkjet-Technik. Die Zusammenführung beider Verfahren in einer Hybridplattform habe sich daher als geeignete Lösung erwiesen.
Ein wichtiges Auswahlkriterium sei die technische Stabilität gewesen. Zugleich sollte die Investition die Prozesskontrolle verbessern und die Produktion skalierbarer machen. Aniflex versteht die Maschine als Teil einer längerfristigen Entwicklungsstrategie, mit der das Unternehmen seine Fertigungsmöglichkeiten schrittweise ausbauen will.
Die Integration mehrerer Arbeitsschritte in einer Maschine soll außerdem Übergaben zwischen getrennten Anlagen reduzieren. Halbfertigprodukte müssen dadurch seltener von einer Maschine zur nächsten transportiert werden. Nach Angaben von Aniflex sinken damit das Fehlerrisiko und mögliche Stillstandszeiten. Zugleich soll sich die Stabilität des gesamten Produktionsablaufs erhöhen.
Einsatz wird schrittweise ausgeweitet
Mit der Inbetriebnahme der Maschine waren Schulungen für die Bediener und der Aufbau zusätzlicher Kompetenzen verbunden. Aniflex setzt die Digital Series HD HighSpeed 1200 nach eigenen Angaben zunehmend für komplexere Aufträge ein, bei denen ein größerer Teil des verfügbaren Leistungsspektrums genutzt wird.
Langfristig ist ein Betrieb in zwei Schichten vorgesehen. Die Maschine soll dabei nicht nur zusätzliche Kapazitäten schaffen, sondern auch zur weiteren Optimierung der gesamten Produktionsabteilung beitragen.
Aniflex bezeichnet die Zusammenarbeit mit Mark Andy als langfristige Technologiepartnerschaft. Neben der Maschinentechnik seien vor allem die Unterstützung bei der Implementierung, Anpassungsmöglichkeiten, Schulungen sowie ein schnell erreichbarer technischer Service relevant. Diese Leistungen sollen dem Unternehmen helfen, die Produktion stabil zu halten und die eigenen technischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Przemysław Polkowski, Director Mark Andy Poland, sieht in der Installation ein Beispiel für die Verbindung von Technik, Fachwissen und Zusammenarbeit. Mark Andy wolle Aniflex mit seinen Maschinen und Serviceleistungen beim weiteren Ausbau der Produktion unterstützen.
Technischer Steckbrief
Die Mark Andy Digital Series HD HighSpeed 1200 ist eine modular aufgebaute UV-Inkjet-Rollendruckmaschine für Etiketten und schmalbahnige Verpackungsanwendungen. Sie kann als reine Rolle-zu-Rolle-Maschine oder als Hybridanlage mit Flexodruck-, Veredelungs- und Weiterverarbeitungseinheiten konfiguriert werden.
Merkmal
Technische Angabe
Maximale Geschwindigkeit
146 m/min
Auflösung
1200 dpi
Bahnbreiten
336 oder 438 mm
Digitale Druckbreiten
318 oder 426 mm
Flexodruckbreiten
330 oder 430 mm
Digitalfarben
fünf bis acht Farben
Farbsystem
CMYK, optional Orange, Violett, Grün und Weiß
Druckverfahren
UV-Inkjet mit Zwischenhärtung nach jeder Druckfarbe
Variable Daten
einfarbig oder mehrfarbig bei voller Produktionsgeschwindigkeit
Bedruckstoffe
Haftmaterialien aus Papier und Folie, Papier und Foliensubtrate, Anhängermaterialien sowie leichter Karton
Die Maschine erreicht die Auflösung von 1200 dpi nach Angaben von Mark Andy mit einem System aus jeweils zwei Druckköpfen. Die Steuerplatinen sind flüssigkeitsgekühlt und in den Maschinenkühlkreislauf integriert. UV-LED-Pinning-Einheiten härten beziehungsweise fixieren die Tinte. Dies soll die Punktkontrolle und Farbstabilität auf unterschiedlichen Substraten unterstützen. Für das digitale Weiß nennt der Hersteller eine Opazität von mehr als 82 Prozent. Alternativ kann eine unsichtbare Sicherheitstinte eingesetzt werden.
Der Digitaldruckbereich lässt sich mit bis zu acht Farben ausstatten. Neben CMYK stehen Orange, Violett und Grün zur Farbraumerweiterung sowie hochdeckendes Weiß zur Verfügung. Die Digitaldruckeinheit kann innerhalb der servogesteuerten Performance-Series-Plattform angeordnet werden. Vor und nach ihr lassen sich unter anderem Flexodruckwerke, Lackier- und Laminierstationen, Kaltfolienmodule sowie voll- oder semirotative QCDC-Stanzeinheiten integrieren.
Die Druckdaten verarbeitet das ProWORX Digital Frontend. Es basiert laut Hersteller auf Komponenten von Esko und Global Graphics und unterstützt einen automatisierten PDF-Workflow, Farbmanagement und variable Daten über Live VDP. Die Maschinenfunktionen werden über die Bedienoberfläche ProVIEW gesteuert.