Die modular aufgebaute Kaschiermaschine ML2 Evolution von Comexi ist für unterschiedliche Kaschier- und Beschichtungsprozesse in der Produktion flexibler Verpackungen ausgelegt. Funktionswagen, automatisierte Einstellungen und eine geschlossene Regelung des Auftragsgewichts sollen Produktwechsel vereinfachen. Die maximale Produktionsgeschwindigkeit gibt Comexi mit 450 m/min an.
Die ML2 Evolution verbindet mehrere Beschichtungs- und Kaschiertechnologien auf einer Maschinenplattform. Nach Angaben des Herstellers lässt sich die Anlage in mehr als 1.000 Varianten konfigurieren. Damit richtet sie sich an Verarbeiter, die sowohl standardisierte Kaschieraufträge mit hohen Laufleistungen als auch wechselnde Beschichtungsanwendungen auf einer Linie produzieren wollen.
Im Mittelpunkt steht ein System austauschbarer Funktionswagen. Abhängig von Anwendung, Klebstoff, Beschichtungsmedium und gewünschtem Auftragsgewicht kann die Maschine mit Semiflexo-, Tiefdruck-, Gearless-Flexo-, Kammerrakel-Tiefdruck- oder lösungsmittelfreier Auftragstechnik ausgestattet werden.
Funktionswagen für unterschiedliche Aufträge
Der Semiflexo-Wagen ist für vollflächige Beschichtungen mit höheren Auftragsgewichten vorgesehen. Der konventionelle Tiefdruckwagen kann nach Herstellerangaben sowohl wasser- als auch lösemittelbasierte Klebstoffe und Beschichtungsmedien verarbeiten. Beim Gearless-Flexowagen erfolgt der Antrieb ohne mechanisches Zahnradgetriebe. Das System ist für gleichmäßige Beschichtungsschichten ausgelegt und soll einen schnellen Sleeve-Wechsel ermöglichen.
Für wasserbasierte Beschichtungen und höhere Auftragsgewichte steht außerdem ein geschlossenes Kammerrakel-Tiefdrucksystem zur Verfügung. Ein eigener Funktionswagen übernimmt die Dosierung bei lösemittelfreien Kaschierungen. Insgesamt verarbeitet die ML2 Evolution laut Comexi lösemittelbasierte, lösemittelfreie, wasserbasierte und UV-härtende Klebstoffsysteme.
Das Anwendungsspektrum umfasst darüber hinaus Kalt- und Heißsiegelbeschichtungen. Neben Folien können auch papierbasierte Materialien verarbeitet werden. Comexi bietet zudem Triplex-Ausführungen für dreilagige Verbunde sowie kundenspezifische Maschinenkonfigurationen an.
Automatischer Wagenwechsel verkürzt die Umrüstung
Die Funktionswagen werden automatisch an die Maschine angekoppelt. Dadurch sollen sich Wechsel zwischen unterschiedlichen Auftragsverfahren beschleunigen. Für die Bediener stehen außerdem Schnellwechselsysteme für Sleeves und Walzen zur Verfügung.
Gesteuert wird die Anlage über eine in die Maschine integrierte Rexroth-Touchscreen-Steuerung. Dort lassen sich Aufträge laden und zuvor gespeicherte Maschineneinstellungen abrufen. Auch externe Peripheriegeräte können zentral in die Auftragsrezepte eingebunden werden. Das soll verhindern, dass einzelne Einstellungen beim Wiederholauftrag separat vorgenommen werden müssen.
Die Benutzeroberfläche enthält nach Herstellerangaben außerdem Tutorials für die Maschinenbedienung. Hinzu kommen ein Bahnkanten- beziehungsweise Bahnführungssensor und der cloudbasierte Onlinedienst COOL mit rund um die Uhr verfügbarer Unterstützung.
Regelkreis überwacht das Auftragsgewicht
Bei lösemittelfreien Anwendungen verfügt die ML2 Evolution über einen geschlossenen Regelkreis für das Beschichtungsgewicht. Das System misst den Auftrag während der Produktion und passt ihn automatisch an den hinterlegten Sollwert an. Ein manueller Eingriff durch den Bediener soll dafür nicht erforderlich sein.
Die Echtzeitüberwachung ist in die Maschinensteuerung integriert. Dadurch können Abweichungen des Auftragsgewichts während des laufenden Prozesses erkannt und korrigiert werden. Comexi nennt allerdings keine konkreten Toleranzbereiche oder Messgenauigkeiten.
Für registerhaltige Beschichtungen besitzt die Anlage eine Marke-zu-Marke-Registerregelung. Das System erfasst Marken auf der bedruckten Bahn, vergleicht deren Position mit der aufgetragenen Lack- oder Beschichtungsschicht und korrigiert die Registerlage. Damit lassen sich Beschichtungen oder Lackierungen gezielt zu einem vorhandenen Druckbild positionieren.
Bahnspannung zwischen 20 und 500 Newton
Die Bahnspannungsregelung ist für unterschiedliche Substrate ausgelegt. Dies schließt nach Herstellerangaben auch Recyclingfolien ein, deren mechanische Eigenschaften stärkeren Schwankungen unterliegen können.
An der Abwicklung lässt sich die Bahnspannung innerhalb eines Bereichs von 20 bis 500 N einstellen. Für die Aufwicklung nennt Comexi einen Bereich von 30 bis 500 N. Ein automatischer Rollenwechsel kann sowohl an der Ab- als auch an der Aufwicklung integriert werden.
Je nach Konfiguration beträgt die maximale Arbeitsbreite 1.330 oder 1.530 mm. Der größte angegebene Rollendurchmesser liegt bei 1.000 mm, das maximale Rollengewicht bei 1.500 kg. Für beide Werte können ausstattungsabhängige Einschränkungen gelten.
Bis zu 450 Meter pro Minute
Die maximale Maschinengeschwindigkeit gibt Comexi mit 450 m/min an. Welche Geschwindigkeit in der Produktion erreicht werden kann, hängt jedoch vom eingesetzten Material, dem Beschichtungsmedium, dem Auftragsgewicht und der erforderlichen Trocknungsleistung ab.
Für wasser- und lösemittelbasierte Anwendungen kann die ML2 Evolution mit einem modular aufgebauten Trocknungstunnel ausgerüstet werden. Dadurch lässt sich die Trocknungsstrecke an unterschiedliche Produktionsanforderungen anpassen. Hinzu kommen ein Dreiwalzen-System und nach Herstellerangaben verbrauchsarme Antriebsmotoren.
Produktionsdaten können über die Comexi Cloud ausgewertet werden. Die Plattform unterstützt die Überwachung der Anlage, die Kontrolle laufender Produktionsaufträge und die Auswertung von Leistungskennzahlen. Auch Funktionen für den technischen Service sind eingebunden.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal |
Herstellerangabe |
| Maximale Geschwindigkeit |
450 m/min |
| Maximale Arbeitsbreite |
1.330 oder 1.530 mm |
| Maximaler Rollendurchmesser |
1.000 mm |
| Maximales Rollengewicht |
1.500 kg |
| Bahnspannung Abwicklung |
20 bis 500 N |
| Bahnspannung Aufwicklung |
30 bis 500 N |
| Klebstoffsysteme |
lösemittelbasiert, lösungsmittelfrei, wasserbasiert, UV |
| Weitere Anwendungen |
Kalt- und Heißsiegelbeschichtungen |
| Auftragssysteme |
Semiflexo, Tiefdruck, Gearless-Flexo, Kammerrakel-Tiefdruck, lösungsmittelfrei |
| Rollenwechsel |
automatisch an Ab- und Aufwicklung |
| Registerregelung |
Marke zu Marke |
| Auftragskontrolle |
geschlossener Regelkreis bei lösungsmittelfreien Anwendungen |
| Trocknung |
modularer Trocknungstunnel |
| Bedienung |
Rexroth-Touchscreen, Rezeptverwaltung und Auftragspresets |
| Vernetzung |
Peripherieintegration und Comexi Cloud |
| Sonderausführungen |
Triplex- und kundenspezifische Konfigurationen |
Einordnung
Die technische Besonderheit der ML2 Evolution liegt weniger in einem einzelnen neuen Beschichtungsverfahren als in der Zusammenführung unterschiedlicher Auftragstechnologien auf einer konfigurierbaren Plattform. Das kann für Verarbeiter interessant sein, deren Auftragsstruktur regelmäßig zwischen Standardkaschierungen, funktionalen Beschichtungen und mehrlagigen Verbunden wechselt.
Ob daraus im jeweiligen Betrieb ein Produktivitätsvorteil entsteht, hängt allerdings von den tatsächlichen Wechselzeiten, der Auftragsverteilung, der Trocknungsleistung und den verarbeiteten Materialien ab. Zu Rüstzeit, Makulatur, Energieverbrauch und erreichbarer Genauigkeit des Beschichtungsgewichts enthält die aktuelle Kommunikation keine Vergleichswerte.