Maschinenverkäufe belasten das erste Halbjahr 2026

Bobst: Der Auftragsbestand macht Hoffnung

Bobst hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von 11,6 Prozent verzeichnet. Der Schweizer Maschinenhersteller weist ein negatives Betriebsergebnis von 25 Millionen CHF aus und rechnet auch für das Gesamtjahr mit niedrigeren Ergebnissen.

Die Bobst Group erzielte in den ersten sechs Monaten 2026 einen konsolidierten Umsatz von 589,9 Millionen CHF. Im Vorjahreszeitraum waren es 667,4 Millionen CHF. Als Hauptgrund für den Rückgang nennt das Unternehmen geringere Maschinenverkäufe. Volumen- und Preiseffekte belasteten den Umsatz mit 54 Millionen CHF, Wechselkurseffekte mit weiteren 23,5 Millionen CHF.

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Das Betriebsergebnis (EBIT) sank von 5,4 Millionen CHF im ersten Halbjahr 2025 auf minus 25 Millionen CHF. Das Nettoergebnis verschlechterte sich von minus 3,3 auf minus 32,5 Millionen CHF. Nach Angaben von Bobst konnten geringere Fixkosten die Auswirkungen der rückläufigen Volumina und der ungünstigen Wechselkurse nur teilweise ausgleichen.

Services & Performance relativ stabil

Im Geschäftsbereich Printing & Converting ging der Umsatz um 21,2 Prozent auf 261,8 Millionen CHF zurück. Das EBIT belief sich auf minus 58,9 Millionen CHF, nach minus 42,4 Millionen CHF im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang lag rund 20 Prozent unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2025.

Der Geschäftsbereich Services & Performance erwies sich als stabiler. Sein Umsatz sank um 2,1 Prozent auf 328,1 Millionen CHF. Das EBIT ging jedoch von 49,6 auf 34,7 Millionen CHF zurück. Bobst führt dies vor allem auf Wechselkurseffekte und geringere Umsätze zurück.

Auftragsbestand lässt hofffen

Der wichtigste Hoffnungsträger ist der Auftragsbestand. Er lag Ende Juni zwar 13 Prozent unter dem Vorjahreswert, aber elf Prozent über dem Stand von Ende 2025. Das spricht dafür, dass Bobst im ersten Halbjahr mehr Geschäft aufgebaut hat, als angesichts des schwachen Auftragseingangs zunächst zu vermuten wäre. Die Grundlage für höhere Auslieferungen ist damit vorhanden.

Investitionen werden verschoben

Bobst führt die Entwicklung unter anderem auf geopolitische Spannungen, die Unsicherheit über die US-Handels- und Zollpolitik sowie den anhaltenden Inflationsdruck zurück. Kunden würden Investitionsentscheidungen später treffen und vor allem Projekte mit einer schnellen Rendite weiterverfolgen. Größere Vorhaben zur Kapazitätserweiterung würden dagegen häufig verschoben.

Unter den von Bobst bedienten Verpackungssegmenten zeigt sich Flexible Packaging nach Einschätzung des Unternehmens bislang am widerstandsfähigsten. Im Etikettenmarkt unterscheide sich die Entwicklung je nach Region. Faltschachteln und insbesondere Wellpappe seien stärker von schwacher Nachfrage, Margendruck und Überkapazitäten betroffen.

Die Nettoverschuldung der Gruppe erhöhte sich von 154 Millionen CHF Ende 2025 auf 241,6 Millionen CHF. Dazu trugen unter anderem die Rückzahlung einer Anleihe über 200 Millionen CHF und der geringere operative Cashflow bei.

Für das zweite Halbjahr erwartet Bobst eine stärkere Geschäftsentwicklung. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten und der Wechselkurssituation rechnet die Gruppe für das Gesamtjahr 2026 dennoch mit einem niedrigeren Umsatz und Ergebnis als 2025.