Deutlich mehr Aufträge und erfolgreicher Turnaround bei S&T
Koenig & Bauer startet mit Rückenwind ins Jahr 2026
von Ansgar Wessendorf,
Die Koenig & Bauer startet mit deutlichem Auftragswachstum und einer erfolgreichen operativen Trendwende im Segment S&T dynamisch ins Geschäftsjahr 2026
(Quelle: Koenig & Bauer)
Die Koenig & Bauer ist mit viel Schwung in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfelds mit geopolitischen Unsicherheiten und schwacher Weltkonjunktur legte der Auftragseingang im ersten Quartal deutlich zu – so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Gleichzeitig gelang dem Segment Special & New Technologies (S&T) die operative Trendwende.
Der Auftragseingang des Konzerns stieg in den ersten drei Monaten um 21,4 Prozent auf 297,6 Mio. Euro. Auch der Umsatz entwickelte sich positiv und erhöhte sich gegen den allgemeinen Branchentrend um 3,2 Prozent auf 260,2 Mio. Euro. Mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,14 zeigt sich zudem eine weiterhin starke Nachfrage. Der Auftragsbestand bleibt mit mehr als einer Milliarde Euro auf hohem Niveau und sorgt für eine solide Auslastung in den kommenden Quartalen.
Anzeige
„Der starke Jahresauftakt ist ein klarer Vertrauensbeweis unserer Kunden“, sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Stephen Kimmich. Gleichzeitig verweist er auf die konsequente Umsetzung der Konzernstrategie „IMPACT“, mit der Prozesse verschlankt und die Wettbewerbsfähigkeit weiter gestärkt werden sollen.
S&T mit deutlicher Verbesserung
Besonders erfreulich verlief das erste Quartal im Segment Special & New Technologies. Hier gelang die operative Kehrtwende: Das operative EBITDA verbesserte sich von minus 8,1 Mio. Euro im Vorjahr auf plus 4,1 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte um 24,1 Prozent auf 134 Mio. Euro, der Auftragseingang sogar um 40,6 Prozent auf 114,7 Mio. Euro.
Treiber dieser Entwicklung waren unter anderem Fortschritte bei Großprojekten sowie neue Lösungen im Flexo- und Digitaldruck. Auf den „Technology Days 2026“ präsentierte Koenig & Bauer die neue CI-Flexo-Demomaschine XD Pro sowie Anwendungen der RotaJET-Plattform. Im Mittelpunkt standen integrierte Produktionslösungen, die Flexo- und Digitaldruck miteinander verbinden.
Weniger dynamisch entwickelte sich dagegen das Segment Paper & Packaging Sheetfed Systems (P&P). Zwar stieg auch hier der Auftragseingang um 12,4 Prozent auf 194,3 Mio. Euro, Umsatz und Ergebnis standen jedoch weiterhin unter Druck. Gründe dafür sind das niedrigere Orderniveau aus dem Vorjahr sowie die anhaltende Investitionszurückhaltung und der hohe Preisdruck in Europa.
Impulse kamen vor allem aus dem Bogendigitaldruck. Beim VariJET 106 Executive Summit in Radebeul informierten sich internationale Fachbesucher über hybride Faltschachtelproduktion und automatisierte Workflows. Darüber hinaus konnte Koenig & Bauer auf der Messe ExpoPrint in São Paulo mehrere Rapida-Bogenoffsetmaschinen in Brasilien und den Nachbarländern verkaufen.
„IMPACT“-Strategie wird weiter umgesetzt
Parallel zum operativen Geschäft treibt Koenig & Bauer seine Strategie „IMPACT“ weiter voran. Dazu gehört auch die Entscheidung, das Geschäft der Koenig & Bauer Coding GmbH künftig eigenständig weiterzuführen. Das Unternehmen sieht im Bereich industrieller Codierung und Kennzeichnung weiterhin großes Wachstumspotenzial – unter anderem durch die Einführung neuer Standards wie GS1 2D-Codes und den digitalen Produktpass.
Auch beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz will der Konzern weiter Tempo machen. Finanzvorstand Dr. Alexander Blum stellte zuletzt verschiedene KI-Initiativen vor, mit denen interne Prozesse beschleunigt und effizienter gestaltet werden sollen.
Prognose bestätigt
Für das Gesamtjahr 2026 hält Koenig & Bauer an seiner Prognose fest. Erwartet werden ein Konzernumsatz auf Vorjahresniveau von rund 1,3 Mrd. Euro sowie ein operatives EBITDA von etwa 80 Mio. Euro.
„Unser Auftragsbestand von über einer Milliarde Euro gibt uns eine hohe Planungssicherheit“, betont CFO Dr. Alexander Blum. Gleichzeitig verweist er darauf, dass die positive Entwicklung im Segment S&T den aktuellen Margendruck im Bereich P&P ausgleichen könne.
Voraussetzung dafür bleibt allerdings, dass sich die weltwirtschaftliche Lage nicht weiter verschlechtert und zusätzliche geopolitische Belastungen ausbleiben.