Smithers Studie „The Future of PCR Packaging to 2031“

PCR-Verpackungsmarkt: Wachstum reicht nicht für 2030-Ziele

PCR-Verpackungsmarkt: Wachstum reicht nicht für 2030-Ziele
Weltweiter Absatz von PCR-Verpackungen, 2021–2031 (Quelle: Smithers)

Smithers prognostiziert bis 2031 ein weltweites Marktvolumen von 6,5 Millionen Tonnen. Höhere Kosten, fehlende Rezyklate und uneinheitliche Vorgaben bremsen jedoch die Entwicklung.

Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Smithers beziffert das weltweite Marktvolumen für Verpackungen aus Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) im Jahr 2026 auf 4,9 Millionen Tonnen. Bis 2031 soll es laut der aktuellen Studie „ The Future of PCR Packaging to 2031“ auf 6,5 Millionen Tonnen steigen. Das entspräche von 2026 bis 2031 einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 5,7 %.

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Dieses Wachstum reicht nach Einschätzung von Smithers jedoch nicht aus, um die gesetzlich festgelegten Ziele für 2030 zu erreichen. Europa sei weiterhin der am weitesten entwickelte und zugleich am schnellsten wachsende Markt. Als Treiber nennt das Unternehmen die EU-Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) und die EU-Einwegkunststoffrichtlinie (Single-Use Plastics Directive, SUPD). Beide geben bis 2030 verbindliche PCR-Anteile für Verpackungen vor. Auch in Asien und Nordamerika würden Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) ausgebaut, bislang jedoch mit geringerem Erfolg.

Hohe Kosten und fehlende Rezyklate

Als größtes Hindernis nennt die Studie die Kosten. Recyceltes PET (rPET) werde derzeit zu Preisen gehandelt, die rund 35 % über denen von Neuware liegen. Viele Markenartikler könnten diesen Aufpreis nur schwer auffangen. Hinzu kämen ein weltweiter Mangel an hochwertigen Rezyklaten, Verunreinigungsrisiken bei Anwendungen mit Lebensmittelkontakt und uneinheitliche gesetzliche Vorgaben. Insbesondere die EPR-Regelungen unterschieden sich je nach staatlicher oder administrativer Ebene.

Viele Markenartikler hätten zudem ihre freiwilligen PCR-Ziele für 2025 verfehlt. Zusätzliche Unsicherheit entstehe durch den politischen Kurswechsel in den USA weg von einer wissenschaftsbasierten Umweltpolitik, so Smithers.

Günstige Rezyklatimporte aus Asien gefährdeten außerdem die Wirtschaftlichkeit heimischer Recyclingbetriebe in Europa und Nordamerika. Nach Angaben der Europäischen Kommission verlangsamte sich das Wachstum der europäischen Recyclingkapazitäten für Kunststoffe von 17 % im Jahr 2021 auf 6 % im Jahr 2023. Damit steige das Risiko, dass Verarbeitungsanlagen schließen. Die wegfallenden Kapazitäten ließen sich möglicherweise nicht allein durch Importe ausgleichen.

Investitionen in Sortierung und Recycling

Smithers nennt mehrere Ansatzpunkte, um den Einsatz von PCR-Material auszuweiten. Dazu zählen vor allem Investitionen in das mechanische Recycling sowie in KI-gestützte Sortiertechnik und Robotik. Allein durch den Einsatz von Robotik könnte das Angebot an sauberem rPET laut Studie um bis zu 25 % steigen. Gleichzeitig ließen sich Verunreinigungen um bis zu 60 % verringern.

Auch geschlossene Kreislaufsysteme könnten die Rückverfolgbarkeit und Effizienz verbessern. Dabei werden Kunststoffe innerhalb eines lokalen Systems mit einer begrenzten Zahl von Beteiligten gesammelt und erneut zu Kunststoff verarbeitet.

Chemisches Recycling, das auch als fortschrittliches Recycling bezeichnet wird, gewinnt laut Studie als Ergänzung zu mechanischen Verfahren an Bedeutung. Dies gilt insbesondere für schwer recycelbare Materialien wie Mehrschichtverpackungen. Nach Darstellung des Berichts können chemisch recycelte Anteile aufgrund einer Entscheidung der Europäischen Kommission vom Februar 2026 auf die PCR-Ziele für PET-Einwegflaschen angerechnet werden. Dies schaffe die Grundlage für eine breitere Kommerzialisierung. Branchenbeobachter rechneten jedoch mit mindestens drei Jahren, bevor daraus nennenswerte zusätzliche Mengen entstehen könnten.

Zu den weiteren Maßnahmen zählen der Ausbau von Pfand- und Rücknahmesystemen (Deposit Return Systems, DRS), eine Ökomodulation der EPR-Gebühren zugunsten von Verpackungen mit mehreren Nachhaltigkeitsmerkmalen sowie eine stärkere Harmonisierung der EPR-Gesetzgebung. Einheitlichere Vorgaben könnten den Aufwand für die Einhaltung der Regelungen verringern.

rPET bleibt das größte Segment

rPET stellt mengenmäßig den größten Anteil am PCR-Verpackungsmarkt. Mit einer prognostizierten CAGR von 6,1 % soll das Material im Untersuchungszeitraum zugleich am stärksten wachsen. Treiber ist vor allem der Einsatz in Getränkeflaschen. Mengenmäßig folgen PE und PP.

Für PS, PVC und EPS erwartet Smithers in vielen Regionen dagegen rückläufige Mengen. Als Gründe nennt der Bericht Verbote und Beschränkungen für die Herstellung und Verwendung dieser Kunststoffe.

Nach Endverbrauchssektoren entfallen weltweit 33,3 % des PCR-Verpackungsverbrauchs auf Getränke. Es folgen sonstige Konsumgüter mit 26,7 % und Lebensmittel mit 19,1 %. Aufgrund der hohen Anforderungen an Reinheit und Farbe zählen Lebensmittel- und Getränkeverpackungen zu den technisch anspruchsvollsten Einsatzfeldern. Diese Bereiche könnten daher besonders von Fortschritten bei Sortierung, Dekontamination und Additivtechnologien profitieren.

Über die Studie

Die vollständige Studie „ The Future of PCR Packaging to 2031“ ist kostenpflichtig bei Smithers erhältlich. Sie enthält Marktvolumina, Segmentierungen und Prognosen nach Polymerart, Region und Anwendungsbereich. Darüber hinaus untersucht sie die Lücke zwischen dem erwarteten Marktwachstum und den gesetzlichen Zielvorgaben für 2030 sowie mögliche Wachstumschancen und Strategien. Smithers richtet die Studie an Verpackungsdrucker, Kunststoffhersteller, Recycler, Markeninhaber, Handelsunternehmen und politische Entscheidungsträger.

Über Smithers

Smithers blickt auf eine mehr als 100-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Im Bereich der Verpackungsmarktforschung verweist das Unternehmen auf mehr als 80 Jahre technische und wissenschaftliche Erfahrung. Smithers veröffentlicht Marktdaten, Analysen und Prognosen, die Unternehmen als Grundlage für strategische Entscheidungen dienen sollen.

Weitere Informationen erteilt Rachel Parkinson unter rparkinson@smithers.com.