Sonoco rechnet durch die geplante Schließung zweier europäischer Werke im Jahr 2027 mit Einsparungen von 15 bis 20 Millionen US-Dollar.
(Quelle: Sonoco)
Der US-Verpackungshersteller Sonoco will zwei europäische Werke seiner Sparte für Konsumgüterverpackungen schließen. Der Konzern rechnet dadurch für 2027 mit Einsparungen von 15 bis 20 Millionen US-Dollar. Im dritten Quartal 2026 belasteten ein geringerer Absatz von Konservendosen sowie höhere Rohstoff-, Energie- und Frachtkosten das Ergebnis.
Finanzvorstand Paul Joachimczyk kündigte die geplanten Schließungen am 22. Oktober bei der Vorstellung der Quartalszahlen an. Welche Werke betroffen sind und wie viele Arbeitsplätze dort auf dem Spiel stehen, ließ Sonoco in der Telefonkonferenz offen.
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Die Schließungen gehören zu einem konzernweiten Programm, mit dem Sonoco die Kosten senken und die Margen verbessern will. Für das auf drei Jahre angelegte Programm strebt der Konzern Einsparungen von 150 bis 200 Millionen US-Dollar an. In den ersten neun Monaten 2026 beliefen sich die Einsparungen nach Unternehmensangaben auf 34 Millionen US-Dollar, davon 16 Millionen im dritten Quartal.
Schwächere Ernten dämpfen Nachfrage nach Konservendosen
Der Konzernumsatz sank im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent auf 2,04 Milliarden US-Dollar. Ausschlaggebend war der Verkauf des Geschäftsbereichs ThermoSafe im November 2025. Ohne diesen Effekt blieb der Umsatz annähernd stabil. Das bereinigte EBITDA ging um 9 Prozent auf 352 Millionen US-Dollar zurück. Sonoco wies zudem einen Nettoverlust von 732 Millionen US-Dollar aus, der vor allem auf zahlungsunwirksame Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte zurückging.
In der Sparte Consumer Packaging sank der Umsatz um 2,9 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden US-Dollar. Das operative Segmentergebnis ging um 14,6 Prozent auf 179 Millionen US-Dollar zurück. Hitze und Trockenheit schmälerten nach Angaben von Sonoco in Teilen Europas und der USA die Ernteerträge. Dadurch sank der Bedarf an Metalldosen für Lebensmittelkonserven. Zweistellig legte dagegen der Absatz papierbasierter Dosen im internationalen Geschäft zu, getragen von der Nachfrage nach Snackverpackungen. Auch bei Dosen für Fisch und Meeresfrüchte meldete Sonoco höhere Absatzmengen.
Höhere Altpapierkosten belasten die Industriesparte
Im Segment Industrial Paper Packaging stieg der Umsatz um 5,2 Prozent auf 646 Millionen US-Dollar, vor allem dank höherer Verkaufspreise. Zugleich sank das bereinigte Segment-EBITDA um 4,6 Prozent auf 122 Millionen US-Dollar. Preiserhöhungen und Produktivitätssteigerungen konnten die höheren Rohstoff-, Energie- und Frachtkosten nur teilweise ausgleichen.
Alte Wellpappenverpackungen, die Sonoco als Rohstoff für die Kartonherstellung einsetzt, verteuerten sich für den Konzern binnen eines Jahres um rund 90 Prozent. Für ungestrichenen Recyclingkarton kündigte Sonoco in Europa, dem Nahen Osten und Afrika einen Preisaufschlag von 60 Euro je Tonne für Lieferungen ab dem 15. September an.
Sonoco senkte seine Prognose für das Gesamtjahr 2026. Der Konzern erwartet nun einen Umsatz von 7,2 bis 7,4 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 1,20 bis 1,25 Milliarden US-Dollar. Im Juli hatte Sonoco für das bereinigte EBITDA noch 1,25 bis 1,35 Milliarden US-Dollar angesetzt.