Kreislaufführung erfordert Umdenken beim Verpackungsdesign
von Ansgar Wessendorf,
Die Ergebnisse der Studie zur Klima- und Ressourcenbilanz von Interzero für das Jahr 2025
(Quelle: Interzero)
Die Kreislaufführung von Wertstoffen durch Interzero hat im Jahr 2025 gegenüber der Primärproduktion mehr als 900.000 Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden und über 7,2 Millionen Tonnen Primärressourcen eingespart. Zu diesem Ergebnis kommt die jährliche Studie von Fraunhofer UMSICHT für den Kreislaufwirtschaftsdienstleister. Ein Schwerpunkt der Untersuchung lag auf dem Kunststoffrecycling.
Interzero bewegte im Jahr 2025 insgesamt 2 Millionen Tonnen Wertstoffe. Erstmals berechnete Fraunhofer UMSICHT auch die damit verbundene Rohöleinsparung: Durch die Kreislaufführung von rund 1 Million Tonnen Kunststoffen wurden der Studie zufolge 3 Millionen Barrel Rohöl eingespart. Das entspricht dem Volumen von etwa 9,5 Millionen Pkw-Tankfüllungen à 50 Liter. Die Untersuchung wurde in Anlehnung an die internationalen Standards zur Ökobilanzierung ISO 14040 und ISO 14044 erstellt.
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Verbundverpackungen erschweren das Recycling
Die detaillierte Auswertung der Leichtverpackungssammlung (LVP) zeigte neben positiven Gesamtbilanzen auch Herausforderungen: Im Gelben Sack steigen die Anteile an Verbundverpackungen und Sortierresten. Laut Interzero tragen dazu häufig Papierverpackungen mit untrennbaren Kunststoffbeschichtungen bei. Auch Kombinationen wie Kunststoffbehälter mit Pappbanderolen erschweren das Recycling, wenn Verbraucher die Bestandteile nicht von Hand trennen. Hinzu kommen sogenannte Multilayer-Verpackungen, in denen unterschiedliche Kunststoffarten fest miteinander verbunden sind.
»Verpackungen, die zunächst nachhaltig wirken, entpuppen sich in der Sortieranlage als Störfaktor«, erklärt Dr. Markus Hiebel, Abteilungsleiter Sustainability Management and Participation bei Fraunhofer UMSICHT. »Wir benötigen hier ein Umdenken in der Verpackungsgestaltung, damit Design und Kreislaufführung besser zusammenpassen und wir mehr Materialien im Kreis führen können.« Diese Rohstoffquellen könnten Unternehmen helfen, resilienter und unabhängiger von fossilen Kunststoffgranulaten zu werden.