Ruby als zentrales Steuerungssystem für die Produktion
von Ansgar Wessendorf,
Neben der grundlegenden Datenerfassung nutzt Neemann inzwischen auch die Erweiterungen Ruby Go und Ruby Check. In Kombination mit dem Inspektionssystem Vision von W&H ermöglicht das System eine detaillierte Analyse von Produktions- und Qualitätsdaten im Flexodruck
(Quelle: W&H)
Die Neemann LiteFlexPACKAGING (M. Neemann OHG) zählt mit einer Unternehmensgeschichte von 133 Jahren zu den etablierten Anbietern im Markt für flexible Verpackungen. Das familiengeführte Unternehmen erzielte im Jahr 2022 einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro und ist insbesondere in den Bereichen FFS-Folien für Food- und Non-Food-Anwendungen sowie Beutel für die Hygieneindustrie tätig.
Die Produktion umfasst sowohl Druck- als auch Extrusionsprozesse. Der Maschinenpark basiert unter anderem auf mehreren Druckmaschinen von Windmöller & Hölscher (W&H) sowie einer Varex-Blasfolienanlage. Die hergestellten Produkte sind Bestandteil von Primärverpackungen für Konsumgüter und müssen damit zugleich funktionale und kommunikative Anforderungen erfüllen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Qualitätssicherung, Hygiene und die lückenlose Dokumentation normativer sowie kundenspezifischer Vorgaben.
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Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, setzt Neemann seit 2020 auf das IoT-System Ruby von W&H. Das System dient als zentrale Datenplattform für Produktions-, Prozess- und Qualitätsinformationen. Wilfried Hoppen, Manager Engineering bei Neemann, beschreibt die Rolle des Systems wie folgt: „Ruby ist eine hervorragende Datenquelle, aus der wir Informationen ableiten können – sowohl für die Unternehmenssteuerung als auch für Dokumentationsanforderungen im Rahmen unserer zahlreichen Zertifizierungen sowie für mehr Transparenz und Optimierung in unseren Lieferketten.“
Datenbasierte Fehleranalyse und Effizienzsteigerung im Druckprozess
Neben der grundlegenden Datenerfassung nutzt Neemann inzwischen auch die Erweiterungen Ruby Go und Ruby Check. In Kombination mit dem Inspektionssystem Vision von W&H ermöglicht das System eine detaillierte Analyse von Produktions- und Qualitätsdaten im Flexodruck.
Marco Kleemann, Manager Flexodruck bei Neemann (Quelle: W&H)
Marco Kleemann, Manager Flexodruck bei Neemann, hebt insbesondere die Effekte auf die Fehleranalyse und Prozessoptimierung hervor: „Mit Ruby Go und Ruby Check sparen wir im Bereich der Fehlererkennung und -analyse erheblich Zeit und Kosten. Das Vision-System unterstützt uns dabei, Druckfehler zuverlässig zu identifizieren. Durch die vollständige Speicherung der Druckergebnisse können wir Fehler bis auf den letzten Meter zurückverfolgen. Das erhöht die Transparenz und Zuverlässigkeit in unserer gesamten Lieferkette deutlich.“
Auch im Hinblick auf Prozessstabilität und Effizienz zeigt sich der Nutzen der systematischen Datenauswertung. „Mit Ruby können wir Maschineneinstellungen im Nachhinein analysieren, Fehlerursachen identifizieren und diese in Folgeaufträgen vermeiden“, so Kleemann weiter. „Durch die Betrachtung von Prozessparametern über längere Zeiträume – etwa der Bahnspannung in Verbindung mit Druckabweichungen – lassen sich gezielte Maßnahmen ableiten, beispielsweise der präventive Austausch von Verschleißteilen. Dadurch reduzieren wir Stillstände und konnten bereits wiederholt Ausschuss in Folgeaufträgen vermeiden.“
Perspektiven: mobile Nutzung und Energiemonitoring
Im nächsten Entwicklungsschritt plant Neemann den Einsatz der Ruby App, die einen mobilen Zugriff auf Produktionsdaten ermöglicht. Damit sollen zentrale Informationen wie Maschinenstatus, aktuelle Aufträge oder Produktionsgeschwindigkeit auch außerhalb der Leitstände jederzeit verfügbar sein.
Darüber hinaus gewinnt das System im Bereich Energiemonitoring an Bedeutung. Gemeinsam mit W&H arbeitet das Unternehmen daran, Energieverbräuche und Effizienzunterschiede zwischen einzelnen Maschinen systematisch auszuwerten. Ziel ist es, Potenziale zur Optimierung des Energieeinsatzes zu identifizieren und die Ursachen unterschiedlicher Effizienzniveaus besser zu verstehen.
Zusätzlich prüft Neemann die Integration der Varex-Blasfolienanlage in das Ruby-System. Damit würde die IoT-Plattform künftig nicht nur im Druck-, sondern auch im Extrusionsbereich eingesetzt und zu einer durchgängigen digitalen Infrastruktur für die Produktion flexibler Verpackungen weiterentwickelt.
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