Heidelberger Druckmaschinen (Heidelberg) treibt den Ausbau seines Digitalgeschäfts konsequent voran und erweitert sein Angebot im Wachstumssegment Digitaldruck kontinuierlich. Wesentlicher Wachstumstreiber ist dabei die zunehmende Marktdurchdringung von Inkjet-Technologien im Bereich Digital Print. Parallel stärkt das Unternehmen seine Position als Systemintegrator im Verpackungsdruck.
Im wachsenden Verpackungsmarkt verfolgt Heidelberg das Ziel, die gesamte Wertschöpfungskette der Verpackungsproduktion zunehmend aus einer Hand abzudecken. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf vor- und nachgelagerten Prozessen rund um den Druck.
In diesem Zusammenhang wurde die strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Masterwork im Bereich Postpress Packaging deutlich ausgebaut und über die bisherige Vertriebskooperation hinaus vertieft. Darüber hinaus investiert Heidelberg in die technologische Weiterentwicklung seines Kerngeschäfts und baut seine Präsenz in Wachstumsregionen wie Lateinamerika, Vietnam und Indien gezielt aus. Ergänzend stärkt das Unternehmen sein Portfolio durch ausgewählte Akquisitionen, darunter die Übernahme der Markenrechte von Polar.
„Der Verpackungsmarkt ist ein wichtiger Wachstumstreiber für Heidelberg. Er profitiert von globalen Entwicklungen wie dem Bevölkerungswachstum, der Urbanisierung und dem steigenden Bedarf an nachhaltigen Produktions- und Wirtschaftskonzepten. Deshalb erweitern wir unser Lösungsangebot systematisch entlang des gesamten Herstellungsprozesses – von der Substratauswahl über Druck und Weiterverarbeitung bis hin zu Logistik und digitaler Integration“, sagt Dr. David Schmedding, Vorstand für Technologie und Vertrieb bei Heidelberg.
Effizienzmaßnahmen stärken Wettbewerbsfähigkeit
Zur weiteren Optimierung der Kostenstruktur hat Heidelberg verschiedene Effizienzmaßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die vollständige Verlagerung der Produktion der Speedmaster CX 104 nach China sowie der Aufbau eines neuen Standorts in Nordmazedonien, der künftig zur Senkung der Herstellkosten ausgewählter Produktgruppen beitragen soll.
Nach Angaben des Unternehmens wurden bei zentralen Kosten- und Effizienzzielen deutliche Fortschritte erzielt. Auch der Zukunftsplan für die deutschen Standorte entwickelt sich demnach besser als geplant und unterstützt die Anpassung der Personalkostenstruktur sowie die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Geschäftsjahr 2025/2026: Umsatz und Jahresüberschuss steigen
Heidelberg konnte im Geschäftsjahr 2025/2026 seine operative Leistungsfähigkeit trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds stabil halten und das Ergebnis nach Steuern deutlich verbessern. Die testierten Geschäftszahlen bestätigen die bereits veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse.
Der Umsatz stieg leicht auf 2,293 Mrd. Euro nach 2,280 Mrd. Euro im Vorjahr. Währungsbereinigt lag der Umsatz bei rund 2,362 Mrd. Euro. Wachstum verzeichnete das Unternehmen insbesondere in den Regionen EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) sowie Americas.
Der Auftragseingang entwickelte sich im vierten Quartal positiv und erreichte mit 619 Mio. Euro den höchsten Quartalswert des Geschäftsjahres. Gleichzeitig lag dieser Wert über dem Niveau des Vorjahres. Auf Gesamtjahressicht ging der Auftragseingang jedoch auf 2,246 Mrd. Euro zurück (Vorjahr: 2,433 Mrd. Euro). Als wesentliche Ursachen nennt das Unternehmen geopolitische Spannungen sowie negative Währungseffekte in Höhe von rund 71 Mio. Euro.
Im Segment Heidelberg Technology stiegen sowohl Auftragseingang als auch Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Das EBITDA verbesserte sich leicht, blieb jedoch negativ. Im Segment Print & Packaging Equipment war der Auftragseingang rückläufig, während der Umsatz leicht zulegte. Das bereinigte EBITDA lag unter dem Vorjahresniveau. Auch im Segment Digital Solutions & Lifecycle gingen Auftragseingang und Umsatz leicht zurück; das bereinigte EBITDA fiel ebenfalls geringer aus als im Vorjahr.
Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 6,6 Prozent und entsprach damit der angepassten Unternehmensprognose. Im Vorjahr hatte sie 7,1 Prozent betragen. Belastend wirkten insbesondere vorgezogene Investitionen sowie Aufwendungen für neue Geschäftsfelder außerhalb des Kerngeschäfts, darunter Aktivitäten im Sicherheits- und Verteidigungssektor.
Hinzu kamen eine infolge des Nahostkonflikts abgeschwächte Investitionsbereitschaft, Lieferengpässe, Projektverzögerungen, steigende Energiekosten, Zölle sowie anhaltend negative Währungseffekte, die das EBITDA mit rund 20 Mio. Euro belasteten. Auch ein weniger vorteilhafter Produktmix wirkte sich negativ aus.
Positiv beeinflusst wurde die Ergebnisentwicklung hingegen durch Fortschritte bei der Kostenstruktur, insbesondere bei den Personalkosten, sowie durch Effizienz- und Strukturmaßnahmen und die Umsetzung des Zukunftsplans.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg von 137 Mio. Euro auf 145 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich auf 15 Mio. Euro und lag damit dreimal so hoch wie im Vorjahr (5 Mio. Euro). Der Free Cashflow belief sich auf minus 19 Mio. Euro nach plus 51 Mio. Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 25 auf 27 Prozent.
Ausblick 2026/2027
Für das Geschäftsjahr 2026/2027 geht Heidelberg weiterhin von einem herausfordernden geopolitischen Umfeld aus. Die Prognose basiert auf der Annahme, dass sich die Weltwirtschaft mindestens entsprechend den aktuellen Erwartungen führender Wirtschaftsinstitute entwickelt und sich die für das Unternehmen relevanten Wechselkurse nicht wesentlich verändern.
Unter diesen Voraussetzungen erwartet Heidelberg einen Konzernumsatz auf Vorjahresniveau sowie eine spürbare Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge. Gleichzeitig soll das Wachstumssegment Heidelberg Technology weiter ausgebaut werden.